Dienstag , 29. November 2022
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Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt die unterirdische iranische Nuklearanlage Natanz sowie laufende Bauarbeiten zur Erweiterung der Anlage in einem nahe gelegenen Berg im Süden, in der Nähe von Natanz. (Archivbild) Quelle: Planet Labs Pbc/Planet Labs PBC/

Atomdialog mit Iran wieder aufgenommen: In Wien sollen Sicherheitsfragen geklärt werden

Wien. Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, und der iranische Atomchef Mohammed Eslami haben sich in Wien zu einem Gespräch getroffen.

„Der Dialog mit Iran zur Klärung offener Fragen der Sicherheitsüberwachung wurde wieder aufgenommen“, twitterte Grossi am Montagabend. Er habe Eslami bei der Generalkonferenz der IAEA in der österreichischen Hauptstadt Wien getroffen. Vor anderthalb Wochen hatte der iranische Präsident Ebrahim Raisi erklärt, erst zu einem Atomdeal mit dem Westen bereit zu sein, wenn der Streit um eine Untersuchung der IAEA beigelegt sei.

IAEA vermutet kein rein ziviles Atomprogramm im Iran

Hintergrund sind Vorwürfe gegen den Iran, an drei Orten im Land radioaktive Spuren nicht erklären zu können. Die Internationale Atomenergiebehörde wollte Zugang zu diesen Orten. IAEA-Chef Grossi hatte dem Land vorgeworfen, dass sein Atomprogramm nicht rein ziviler Natur sein könne.

Der Iran weist diese Vorwürfe vehement zurück. Vergangene Woche hatte Raisi vor der UN-Vollversammlung sein nationales Atomprogramm verteidigt. Sein Land verfolge damit nur friedliche Absichten. Gleichzeitig machte Raisi den USA schwere Vorwürfe, den Atomdeal unter der Präsidentschaft von Donald Trump verlassen zu haben.

Die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien verhandeln mit dem Iran über eine Wiederherstellung des Atomabkommens von 2015, mit dem das Land am Bau einer Atombombe gehindert werden soll. Es liegt seit dem Austritt der USA 2018 auf Eis. Ziel der laufenden Gespräche ist, US-Sanktionen gegen den Iran aufzuheben und Teherans Atomprogramm wieder einzuschränken. Zuletzt schien der Streit erneut festgefahren.

RND/dpa