Mittwoch , 30. November 2022
Anzeige
Russische Rekruten steigen in einen Bus in der Nähe eines militärischen Rekrutierungszentrums in der russischen Großstadt Krasnodar. Quelle: Uncredited/AP/dpa

Ukrainischer Geheimdienst: Russen fragen bei Hotline, wie man sich ergibt

Beim ukrainischen Geheimdienst mehren sich offenbar Anfragen von Russen, wie sie sich am besten ergeben könnten. Die ukrainische Zeitung „Pravda“ zitiert einen Vertreter des Verteidigungsministeriums in Kiew mit den Worten, dass immer mehr russische Staatsbürger bei der Hotline des Geheimdienstes anrufen. Teilweise seien sie schon mobilisiert worden und teilweise noch nicht, sagte Andriy Yusov. Die häufigste Frage sei, wie sie sich in ukrainischer Gefangenschaft ergeben könnten.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Liveblog +++

Yusov erklärte weiter, die Anrufer seien wenig motiviert, in den Krieg zu ziehen und in einer entsprechenden „psychoemotionalen Verfassung“. Nach seinen Informationen ist dies die erste von mehreren „Mobilisie­rungs­wellen“, die der Kreml plane.

Im besetzte Süden der Ukraine hat die russische Armee dem Bericht zufolge angekündigt, sogenannte freiwillige Bataillone zu bilden, da Putin Bedenken habe, den Menschen in den besetzten Gebieten Waffen zu geben.

Reservisten können eingezogen werden

Der russische Präsident hatte vor einer Woche die Teilmobilisierung der russischen Streitkräfte angekündigt. Die Armee kann nun alle Reservisten einziehen, ist aber weiterhin auch auf Freiwillige angewiesen. Die russischen Streitkräfte rekrutierten zudem zunehmend Strafgefangene, setzten Elemente der russischen Sicherheits­dienste ein und mobilisierten verdeckt Männer aus den teilweise besetzten Gebieten Donezk und Luhansk.

RND/toe