Donnerstag , 22. Oktober 2020
Robert Habeck, Parteichef der Grünen, fordert, dass der Verkauf von Corona-Medikamenten nicht allein über den Markt gesteuert wird. Quelle: imago images/Michael Matthey

Corona-Medikamente: Habeck fordert faire Verteilung und Preise

Grünen-Chef Robert Habeck warnt davor, den Markt über die Verteilung der Corona-Medikamente bestimmen zu lassen. Gerade die Bedürftigen sollten nicht vergessen werden, sagte er. Er schlägt zudem vor, Krankenhäuser zu fördern, wenn sie Kapazitäten freihalten.

Hannover. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat angesichts der öffentlichen Finanzspritze für die Corona-Forschung eine faire Preisgestaltung und Verteilung möglicher Medikamente gefordert. Nicht alleine der Markt dürfe über die Verteilung entscheiden.

Damit Bedürftige nicht vergessen werden, seien weitere Kriterien nötig, sagte Habeck am Freitag bei einem Besuch der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Außerdem müssten Kliniken in der Corona-Krise eine höhere Pauschale für das Freihalten von Betten für mögliche Corona-Patienten erhalten.

Zweite Säule im Gesundheitssystem

„Das scheint mir ein prinzipieller Mangel im System zu sein, dass wir tatsächlich die Vorsorge in den Krankenhäusern stärker in die Finanzierung der Krankenhäuser mit einbeziehen müssen, mit Blick auf das was kommen kann“, sagte Habeck. Bei der Medizin müsse sich vieles immer am Tag rechnen, in der Pflege und in der Behandlung der Patienten.

Es müsse eine zweite Säule im Gesundheitssystem eingebaut werden, über die die Krankenhäuser eine pauschale Förderung für das Vorhalten von Kapazitäten erhalten, wie sie gerade in der Corona-Krise benötigt werden.

Der Grünen-Vorsitzende hatte die MHH gemeinsam mit Parteikollege und Oberbürgermeister Belit Onay besucht. Unter anderem testet die MHH den potenziellen Corona-Impfstoff des Tübinger Pharmakonzerns Curevac an Menschen.

RND/dpa