Samstag , 3. Dezember 2022
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US-Präsident Joe Biden spricht bei einer vom Weißen Haus organisierten Konferenz zum Kampf gegen den Hunger. Quelle: IMAGO/UPI Photo

„Volksvertreterin Jackie, sind Sie hier?“: Biden ruft bei Auftritt tote Abgeordnete auf

Washington. Peinlicher Fauxpas oder Absicht? US-Präsident Joe Biden hat bei einem Auftritt eine vor Wochen tödlich verunglückte Kongressabgeordnete aufgerufen.

„Volksvertreterin Jackie, sind Sie hier? Wo ist Jackie?“, fragte Biden am Mittwoch bei einer vom Weißen Haus organisierten Konferenz zum Kampf gegen den Hunger, als er Parlamentariern für deren Engagement dankte. „Ich denke, sie wollte wohl nicht hier sein.“ Biden meinte die republikanische Abgeordnete Jackie Walorski, die Anfang August bei einem Autounfall in ihrem Heimatstaat Indiana ums Leben kam.

Sprecherin: Biden war mit seinen Gedanken sehr bei Walorski

Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre erklärte später, dass der Präsident zu jenem Zeitpunkt mit seinen Gedanken sehr bei Walorski gewesen sei. Schließlich wolle Biden an diesem Freitag mit deren Angehörigen zusammentreffen, wenn er ein Gesetz unterzeichne, durch das eine Veteranenklinik in Indiana nach der Kongressabgeordneten benannt werden solle, sagte Jean-Pierre.

Auch nach wiederholten Nachfragen von Journalisten, ob es sich nicht doch um einen Fauxpas Bidens gehandelt habe, blieb die Sprecherin bei der Darstellung und wollte sich auch nicht im Namen Bidens bei Walorksis Familie entschuldigen. „Meine Antwort wird sich bestimmt nicht ändern“, betonte Jean-Pierre.

Biden wird im November 80 Jahre alt

Der denkwürdige Vorfall dürfte dennoch als Steilvorlage für neue Attacken der Republikaner dienen, die wiederholt Bidens geistige Wendigkeit infrage gestellt haben. Der Präsident wird im November 80 Jahre alt.

Im August prallte eine Autofahrerin in Walorskis Wahlkreis in Indiana frontal mit einem Geländewagen zusammen, in dem die Politikerin und zwei ihrer Mitarbeiter saßen. Alle Beteiligten starben. Zu jenen, die kurz darauf kondolierten, gehörten auch Biden und First Lady Jill.

RND/AP