Samstag , 3. Dezember 2022
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Udo Lindenberg, Rocksänger und neuer Ehrenbürger Hamburgs (Archivbild) Quelle: Marcus Brandt/dpa

Udo Lindenberg fordert Solidarität mit im Iran demonstrierenden Frauen

Hamburg/Teheran. Panikrocker Udo Lindenberg zeigt sich solidarisch mit den trotz der Repressionen im Iran für Freiheit demonstrierenden Frauen. „Was gerade im Iran passiert, ist unglaublich, in den Straßen steigt das Fieber, diesmal könnte endlich das Regime gestürzt werden“, schrieb der Hamburger Ehrenbürger bei Facebook. Dieser Freiheitskampf dürfe nicht verstummen. „Lasst uns solidarisch sein“, forderte Lindenberg.

Seit September Demonstrationen wegen Tod von Mahsa Amini

Auslöser der anhaltenden Demonstrationen im Iran war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus.

Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der Frau demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung der islamischen Republik sowie den Kopftuchzwang.

Steinmeier ruft Führung zum Ende der Gewalt auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Führung im Iran zu einem Ende der Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten aufgefordert. Vor einem Treffen mit anderen europäischen Staatsoberhäuptern sagte er am Donnerstag in Maltas Hauptstadt Valletta: „Es muss ein Appell von hier aus ausgehen, dass das Regime in Teheran die Gewalt stoppt und Respekt zeigt vor den jungen Menschen und den Frauen, die dort auf der Straße sind.“

Er werde die Situation im Iran beim Treffen der sogenannten Arraiolos-Gruppe ansprechen, kündigte Steinmeier an. Sicherheitsorgane gingen dort mit großer Gewalt vor allem gegen junge Menschen und Frauen vor. „Das kann uns nicht gleichgültig sein.“

Die Arraiolos-Gruppe trifft sich einmal jährlich. Ihr gehören die Staatsoberhäupter aus 16 EU-Staaten an, deren Präsidenten keine exekutive, sondern eher eine repräsentative Funktion haben. Benannt hat sich der informelle Zusammenschluss nach einer kleinen Stadt in Portugal, in der 2003 das erste Treffen veranstaltet worden war.

RND/dpa

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