Samstag , 3. Dezember 2022
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Bundesfinanzminister Christian Lindner hat das „Inflations­ausgleichs­gesetz“ vorgelegt. Quelle: IMAGO/Christian Spicker

Entlastung steigt: Lindner aktualisiert Steuerpläne zum Ausgleich der kalten Progression

Der im dritten Entlastungspaket vereinbarte Ausgleich der kalten Progression wird voraussichtlich zu einer deutlich höheren Entlastung führen als bisher geplant. Nach neuesten Berechnungen des Bundes­finanz­ministeriums mit einer aktualisierten Inflations­prognose von nunmehr 8,8 Prozent für 2023 wird die steuerliche Entlastung für eine vierköpfige Familie mit einem Brutto­einkommen von rund 66.000 Euro nun bei 928 Euro liegen und damit um 204 Euro höher als bisher vorgesehen. Für einen Single mit einem Brutto­einkommen von knapp 29.000 Euro würde die Steuerlast um 220 Euro sinken, das wären 93 Euro mehr als bisher geplant. Die Berechnungen liegen dem Redaktions­­Netzwerk Deutschland (RND) vor.

Erwartete Inflationsrate von 8,8 statt 6 Prozent

In dem Anfang August vorgestellten und mittlerweile vom Kabinett beschlossenen Entwurf des „Inflations­ausgleichs­gesetzes“ von Minister Christian Lindner (FDP) wurde noch eine Preissteigerung von rund 6 Prozent angenommen. In der Koalition war aber vereinbart worden, die Werte im Herbst bei den Beratungen im Bundestag noch anzupassen. Die aktualisierte Rate von 8,8 Prozent fußt auf neuen Annahmen der führenden Wirtschafts­­forschungs­­institute. Die finalen Werte sollen in einigen Wochen nach Vorlage des Progressions- und des Existenz­­minimums­­berichtes feststehen. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Wert für die Inflationsrate eher noch steigen könnte.

Mit dem Gesetz will Lindner 48 Millionen Bürger und Bürgerinnen bei der Einkommens­steuer entlasten. Dazu sollen der Einkommens­steuer­tarif an die Inflationsrate angepasst sowie der Kinder­freibetrag und das Kindergeld erhöht werden.

Mit den Anpassungen will Lindner die kalte Progression ausgleichen. So bezeichnet man eine schleichende Steuererhöhung, wenn Gehalts­­erhöhungen durch die Inflation aufgefressen werden. Dann sind höhere Steuern fällig, obwohl die Kaufkraft gar nicht steigt.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND