Mittwoch , 21. Oktober 2020
Ein Demonstrant hält bei einer "Black-Lives-Matter"-Demonstration das Bild des getöteten George Floyd. Quelle: Getty Images

Nach Tod von George Floyd: Ex-Polizist will Anklage entgehen

Zwei Ex-Polizisten, die bei der Tötung des Afroamerikaners George Floyd nachweislich anwesend waren und nicht eingriffen, haben das Fallenlassen der Anklage gegen sie beantragt. Der Verteidiger des einen Ex-Polizisten argumentiert, dass sein Mandant nicht wusste, dass ein Verbrechen begangen wurde. Die Polizisten wurden wegen Beihilfe zum „Mord zweiten Grades“ angeklagt.

Minneapolis. Ein zweiter im Fall George Floyd angeklagter Ex-Polizist strebt das Fallenlassen der Anklage gegen ihn an. Verteidiger Robert Paule stellte am Mittwoch beim Gericht einen Antrag, in dem Tou T. darum bat, die Anklage bei einer Anhörung am 11. September fallen zu lassen. Ein Anwalt des ebenfalls angeklagten früheren Polizisten Thomas L., Earl Gray, stellte bereits einen ähnlichen Antrag.

Paule will argumentieren, dass für die Anklage gegen seinen Mandanten kein hinreichender Verdacht bestehe. Die Staatsanwaltschaft müsse beweisen, dass T. wusste, dass der damalige Polizist Derek C. und andere ein Verbrechen begehen würden, und T. mit seiner „Anwesenheit oder Handlung beabsichtigte, das Begehen des Verbrechens voranzutreiben“, teilte Paule in dem Antrag mit.

Handyvideo zeigte Ex-Polizisten

T.s Körperkamera werde das Fehlen des hinreichenden Verdachts zeigen, so Paule. Der Ex-Polizist war auf einem Handyvideo neben einer Reihe von Umstehenden gesehen worden, während C. am 25. Mai sein Knie beinahe acht Minuten lang auf den Hals des am Boden liegenden Schwarzen Floyd gedrückt hielt, der mehrfach um Luft bat.

C. wurde wegen sogenannten Mordes zweiten und dritten Grades sowie Totschlags angeklagt. Bei “Mord zweiten Grades” handelt es sich nach dem Recht von Minnesota um eine Tötung, die absichtlich, aber ungeplant erfolgte oder wenn der Täter ein Schwerverbrechen begehen wollte und das Opfer dabei unbeabsichtigt tötete.

“Mord dritten Grades” entspricht in etwa einem Totschlag nach deutschem Recht. T., L. und ein weiterer Ex-Polizist wurden wegen Beihilfe zum “Mord zweiten Grades” und Totschlags angeklagt. Alle wurden gefeuert.

RND/AP