Sonntag , 25. Oktober 2020
Washington 2011: Barack Obama (hinten), damaliger Präsident der USA, überreicht dem US-Bürgerrechtler und Kongressabgeordneten John Lewis im Ostsaal des Weißen Hauses die Presidential Medal of Freedom. Obama wird Berichten zufolge bei dem Begräbnis des verstorbenen Lewis die Grabrede halten. Quelle: Carolyn Kaster/AP/dpa

Beerdigung von Bürgerrechtler Lewis: Obama soll Grabrede halten – Trump kommt nicht

Mitte Juli ist der Demokrat und Bürgerrechtler John Lewis im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war ein Weggefährte Martin Luther Kings, ein Freund des Ex-Präsidenten Barack Obama und ein Kritiker von US-Präsident Trump. Trump wird daher nicht an seiner Beerdigung teilnehmen.

Washington. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama wird Berichten zufolge bei dem Begräbnis des Bürgerrechtlers und Kongressabgeordneten John Lewis an diesem Donnerstag die Grabrede halten. Auch die Ex-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush würden an den Feierlichkeiten in der Ebenezer Baptist Church in Atlanta im Bundesstaat Georgia teilnehmen, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf informierte Quellen.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump plant demnach nicht, bei der Beerdigung dabei zu sein.

Freund von Obama, Kritiker von Trump

Der Demokrat Lewis war am 17. Juli im Alter von 80 Jahren gestorben. Sein Leichnam war im US-Kapitol aufgebahrt worden, wo die Bürger bis einschließlich Dienstag Abschied von dem Weggefährten des Bürgerrechtlers Martin Luther King nehmen konnten. Trump hatte am Montag gesagt, er werde anlässlich des Abschieds von Lewis nicht das Kapitol besuchen.

Der Präsident hatte am Tag nach Lewis’ Tod das Herabsetzen der Flaggen auf halbmast angeordnet. Lewis galt als Kritiker Trumps.

Obama war unterdessen ein guter Freund von Lewis. Nach dem Tod des Bürgerrechtlers erinnerte der bislang einzige schwarze US-Präsident daran, wie sehr Lewis sein eigenes Leben geprägt habe. Schon bei der ersten Begegnung als Student habe er ihn “seinen Helden” genannt.

“Als ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, umarmte ich ihn vor der Vereidigung und sagte ihm, dass ich nur dort sei wegen der Opfer, die er erbracht habe”, schrieb Obama in einem Nachruf.

RND/dpa