Freitag , 23. Oktober 2020
“Wir schließen”, steht an einem Geschäft. Der Chef des Unionswirtschaftsflügels, Carsten Linnemann, befürchtet viele Unternehmenspleiten durch die Corona-Krise. Quelle: Martin Gerten/dpa

Unionswirtschaftsflügel fordert Schutz vor Zwangsvollstreckungen

Durch die Corona-Krise sind manche Unternehmen in schwere wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Der Chef des Unionswirtschaftsflügels, Carsten Linnemann, fordert die Gläubiger auf, sich an einer Lösungssuche zu beteiligen. Helfen könne ein Corona-Schutzschirm, der vor Zwangsvollstreckungen schütze.

Berlin. Der Unionswirtschaftsflügel drängt auf Regelungen, um Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten das Überleben zu ermöglichen. Der Vorsitzende der Mittelstandsunion (MIT), Carsten Linnemann, brachte dazu einen Corona-Schutzschirm ins Gespräch, der kurzzeitig vor Zwangsvollstreckungen schützen könne.

“Wenn wir nichts unternehmen, steuert Deutschland auf einen Pleiteherbst zu, der sich gewaschen hat”, sagte Linnemann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “So oder so werden die Insolvenzen zunehmen und damit auch die Zahl der Arbeitslosen, wenn Insolvenzen wieder angezeigt werden müssen. Und wir können die Pflicht zur Insolvenzanmeldung nicht bis zum Ende der Pandemie aussetzen. Das würde unsere Volkswirtschaft kaum überleben.”

Sinnvoll sei es dagegen, “wenn sich die angeschlagenen Unternehmen und ihre Gläubiger an einen Tisch setzen” und gemeinsam versuchten, Lösungen zu finden. “Unterm Strich haben auch die Gläubiger etwas davon. Für Hotelobjekte etwa, die von einer Insolvenz betroffen sind, werden Vermieter heute keine neuen Mieter finden”, sagte Linnemann.

“Es bieten sich grundsätzlich zwei Wege an: Entweder wir ziehen die Umsetzung der EU-Restrukturierungsrichtlinie vor, oder wir schaffen im bestehenden Insolvenzrecht einen besonderen Corona-Schutzschirm, der sie beispielsweise kurzzeitig vor Zwangsvollstreckungen schützt, um mit ihren Gläubigern verhandeln zu können”, sagte Linnemann, der auch Vizevorsitzender der Unionsbundestagsfraktion ist.

Wegen der Corona-Krise ist die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz seit dem 1. März bis zum 30. September ausgesetzt.

Von Daniela Vates/RND