Mittwoch , 30. September 2020
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, befürwortet die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Rückkehrer aus Risikogebieten: Bundesärztekammer befürwortet Corona-Testpflicht

Die Bundesärztekammer befürwortet die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Präsident Klaus Reinhardt berichtete von einem Anstieg an Neuinfektionen, der derzeit zu spüren sei. Das sei aber kein Grund, in Panik zu verfallen, sondern Anlass für eine gut durchdachte Strategie.

Oldenburg. Eine bundesweite Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist aus der medizinischen Sicht des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, “wünschenswert und vernünftig”. “Natürlich gibt es bei den Tests angesichts der Inkubationszeiten Unsicherheiten”, räumte Reinhardt im Gespräch mit der Oldenburger “Nordwest-Zeitung” am Dienstag ein. “Aber selbst wenn wir nur einen Teil der infizierten Rückkehrer entdecken, wäre das ein Erfolg.” Ob eine Verpflichtung rechtlich zulässig sei, müssten Juristen beurteilen.

Aktuell gelte bereits eine Quarantänepflicht für alle, die aus Risikogebieten zurückkommen, ergänzte Reinhardt. „Wir erleben einen leichten, aber deutlich spürbaren Anstieg der Neuinfektionen auch in Deutschland.“ Das hänge nicht nur mit den Urlaubern zusammen, sondern auch mit der erhöhten Mobilität und der Rücknahme der Beschränkungen.

Angst als schlechter Ratgeber

Der Mediziner warnte aber davor, auch angesichts neuer kleiner Hotspots wie auf dem Gurkenhof im bayerischen Mamming in Panik zu verfallen und den Menschen Angst zu machen. “Angst ist ein schlechter Ratgeber in der Pandemie.” Augenmaß und Pragmatismus seien gefragt. Nötig sei eine Strategie aus einem Guss: “Dazu gehören auch die Tests für die Rückkehrer an den Flughäfen.”

RND/epd