Sonntag , 27. September 2020
Könnte Kanzlerkandidat der SPD werden: Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz. Quelle: imago images/Bildgehege

SPD-Kanzlerkandidatur: Scholz liegt in Umfragen vorn

Vizekanzler Olaf Scholz schneidet bei Umfragen zur Kanzlerkandidatur der SPD besonders gut ab. Nicht nur unter den Befragten generell, aber vor allem unter befragten SPD-Wählern liegt er vor anderen Politikern der Partei. Die Parteichefs Walter-Borjans und Esken haben sich bislang nicht zu der Personalie geäußert.

Berlin. Bei der Frage, wer als Kanzlerkandidat der SPD geeignet ist, schneidet Vizekanzler Olaf Scholz in einer Umfrage deutlich besser ab als mehrere andere Spitzenpolitiker der Partei. In der repräsentativen Befragung des Instituts Kantar für die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag gaben 42 Prozent an, Bundesfinanzminister Scholz eigne sich als Kanzlerkandidat. 40 Prozent der Befragten gaben an, Scholz sei ihrer Meinung nach nicht geeignet.

Scholz liegt damit klar vor Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, den 19 Prozent für geeignet halten. Familienministerin Franziska Giffey kommt auf 16 Prozent. Nur jeweils 11 Prozent der Befragten halten die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans für eine Kanzlerkandidatur für geeignet, ähnlich sieht es bei Generalsekretär Lars Klingbeil aus (12 Prozent). Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich halten demnach nur 6 Prozent als Kanzlerkandidat der SPD für geeignet.

SPD-Parteichefs äußern sich nicht klar

Auch bei der Anhängerschaft der SPD hat Scholz die Nase vorn: 72 Prozent der SPD-Anhänger halten ihn der Umfrage zufolge als Kandidat für geeignet. Damit liegt er auch hier klar vor den anderen genannten Politikern – Heil und Giffey kommen jeweils auf 34 Prozent. Für die Umfrage hat Kantar 1036 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Führende SPD-Politiker hatten sich zuletzt für Finanzminister Scholz als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten stark gemacht und damit die Parteispitze unter Druck gesetzt. Die SPD-Chefs Esken und Walter-Borjans haben sich bisher nicht klar zu der Personalie geäußert. Bei der Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz 2019 hatte Scholz gegen Walter-Borjans und Esken verloren.

RND/dpa