Mittwoch , 23. September 2020
Ein ukrainischer Soldat bringt sich in Stellung an der Frontlinie in der Region Donezk. Quelle: Vitali Komar/AP/dpa

Ukrainische Armee wirft Separatisten Bruch der Waffenruhe vor

Schon mehr als zwei Dutzend Mal haben die ukrainische Führung und die von Russland unterstützten Separatisten in der Ostukraine eine Waffenruhe vereinbart. Nun ist eine neue in Kraft getreten. Doch die ukrainische Armee wirft den Separatisten bereits den Bruch der Waffenruhe vor.

Kiew/Donezk. Im Kriegsgebiet in der Ostukraine ist die neu vereinbarte Waffenruhe nach Militärangaben aus Kiew am Morgen von Seiten der prorussischen Separatisten gebrochen worden.

Stellungen der ukrainischen Regierungseinheiten seien bereits kurz nach Inkrafttreten der neuen Feuerpause mit schweren Maschinengewehren beschossen worden. Das teilte der Oberkommandierende der Regierungstruppen, Wladimir Krawtschenko, Journalisten am Montag mit.

Zudem sei an einem Frontabschnitt auch Mörserbeschuss seitens der Aufständischen festgestellt worden. Zuvor hatten Vertreter der Rebellen aus Luhansk und Donezk ein Einhalten der Waffenruhe durch die Armee bestätigt.

Gemäß Vereinbarungen ist Einsatz von Drohnen verboten

Die Donezker Separatisten wiesen die Vorwürfe der Armeeführung in Kiew zurück. „Diese Erklärung ist eine weitere Informationsprovokation der ukrainischen Seite, die auf eine Destabilisierung der Lage abzielt“, teilten die Donezker Vertreter in der Kommission zur Überwachung der Waffenruhe mit.

Der ukrainische Oberkommandierende Krawtschenko sagte, dass niemand den Soldaten verbiete, im Fall einer lebensgefährlichen Situation das Feuer zu erwidern. Zudem setze die Armee weiter Drohnen zur Aufklärung entlang der Frontlinie ein.

Gemäß den Vereinbarungen der vergangenen Woche zwischen den Konfliktparteien ist der Einsatz von Drohnen komplett verboten. Zudem sollte “Erwiderungsfeuer” nur nach einem Befehl von Seiten des Oberkommandos möglich sein.

RND/dpa