Freitag , 30. Oktober 2020
Es scheint nicht gut zu stehen um Donald Trumps Wiederwahl – doch die Steherqualitäten des Präsidenten sind nicht zu unterschätzen. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Trumps Umfragenrückstand: Bloß nicht zu früh jubeln!

Donald Trump verspielt in der Corona-Krise viel Vertrauen. Das gilt für seine Partei, für ältere Wähler, die bisher seine Bank waren, und für seine Wahlheimat Florida. Die Umfragen sind verheerend für den Präsidenten – doch das war 2016 auch schon so, also kein Grund zu frühzeitigem Jubel, meint Daniel Killy.

Der Bürgermeister von Portland als Tränengasopfer der Truppen, die Donald Trump gegen den Willen der Behörden in US-Großstädte schickt – ein symbolträchtigeres Bild für den vergifteten Wahlkampf des US-Präsidenten gibt es kaum. Es zeigt das Scheitern des irrlichternden Staatschefs geradezu exemplarisch. Corona, Arbeitslosigkeit, Rassismus, Gewalt: Trump scheinen Zustimmung und Macht wie Sand zwischen den Fingern zu zerrinnen.

Die Demokraten wittern Morgenluft, der Schlüsselstaat Florida scheint längst zu ihren Gunsten gefallen, Konservative wenden sich von ihrem Präsidenten ab – Trump scheint am Ende. Aber das schien er auch im Jahr 2016. Haushoch sahen sämtliche Umfragen Hillary Clinton vorn. Am Wahlabend mussten dann alle Institute eingestehen, wie falsch sie gelegen hatten. Trump mag keine Qualitäten in Sachen Politik, Moral und Kompetenz haben – aber er ist ein Menschenfänger. Und er hat Geschmack an Amt und Macht gefunden. Es wäre also besser, nicht verfrüht über eine Niederlage zu jubeln, die noch gar nicht feststeht.

RND

Von Daniel Killy/RND