Dienstag , 29. September 2020
Der Schriftzug "Polizei" ist an einem Polizeirevier zu lesen (Symbolfoto). Quelle: Boris Roessler/dpa

Bericht: Mehr als 400 Verfahren wegen Abfragen an Polizeicomputern

Immer wieder kommt es vor, dass Polizeibeamte unberechtigt Daten von Computern abfragen. Laut einem Medienbericht wurden seit 2018 diesbezüglich mehr als 400 Verfahren eingeleitet. Die Kontrollmechanismen sind dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Berlin. Wegen unberechtigter Datenabfragen durch Polizeibeamte sind seit 2018 in ganz Deutschland mehr als 400 Ordnungswidrigkeits-, Straf- oder Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Das hat eine Umfrage der “Welt am Sonntag” bei den Innenministerien und Datenschutzbeauftragten der Bundesländer und des Bundes ergeben.

Darunter sei allerdings eine zweistellige Zahl von Verfahren, die eingestellt worden seien oder sich noch in Prüfung befänden, heißt es in dem Bericht. Vollständig sind die Zahlen nicht, in Sachsen-Anhalt konnten die zuständigen Stellen den Angaben zufolge zunächst keine konkreten Angaben machen.

Wie die Umfrage ergab, unterscheiden sich die Kontrollmechanismen sowie die Verfolgungsbefugnisse von Bundesland zu Bundesland. In Bundesländern wie etwa Sachsen, Hamburg oder Baden-Württemberg ahndeten Datenschutzbehörden Ordnungswidrigkeiten, in anderen Ländern fehlten diesen Behörden entsprechende Befugnisse.

Seit 2018 sind bei etwa 70 Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens Drohmails eingegangen, die mit “NSU 2.0” unterzeichnet waren. Zuletzt hatten sich die Mails gehäuft.

In drei Fällen in Hessen sollen den Drohschreiben ungeklärte interne Abfragen an Polizeicomputern vorausgegangen sein, bei denen persönliche Daten der Opfer erkundet wurden.

RND/dpa