Dienstag , 20. Oktober 2020
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, räumt Fehler im Umgang mit Corona ein. Quelle: Evening Standard/Jeremy Selwyn/P

Johnson zu Corona: Das Schlimmste dürfte Mitte 2021 vorbei sein

Wie lange die Corona-Pandemie noch andauert, darüber herrscht Unklarheit. Großbritanniens Premier Boris Johnson glaubt, dass das Ende der schlimmsten Phase Mitte 2021 erreicht werde. Auch räumt er erneut Fehler im Umgang mit der Corona-Krise ein.

London. Der britische Premierminister Boris Johnson geht davon aus, dass die härteste Phase der Corona-Pandemie Mitte 2021 vorüber ist. Das Schlimmste dürfte “Mitte nächsten Jahres” vorbei sein, sagte Johnson zum ersten Jahrestag seines Amtsantritts dem Nachrichtensender Sky News.

Zudem räumte er erneut Fehler ein. “Natürlich gibt es Dinge, die wir falsch gemacht haben, und wir lernen die ganze Zeit dazu”, so Johnson. “Wir müssen so schnell wie möglich aus unseren Fehlern lernen.”

Großbritannien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Viele Wissenschaftler rechnen mit einer zweiten schweren Infektionswelle im Herbst. Experten warfen der Regierung immer wieder vor, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Auch Johnson selbst erkrankte schwer an Covid-19, nachdem er sich vorher damit gebrüstet hatte, Infizierten die Hände geschüttelt zu haben.

Schon Freitagabend gab sich Johnson kleinlaut

In einem BBC-Interview am Freitagabend hatte sich Johnson mit Blick auf die Pandemie ebenfalls eher kleinlaut gegeben: “Wir haben (das Virus) in den ersten Wochen und Monaten nicht in der Art und Weise verstanden, wie wir das gerne getan hätten”, sagte er.

Vor allem das Ausmaß der Übertragung durch Menschen, die keine Symptome zeigten, sei unterschätzt worden. Auf die Frage, ob Ausgangsbeschränkungen und andere Maßnahmen zu spät gekommen seien, antwortete Johnson ausweichend. Es handle sich um “offene Fragen” unter Forschern.

Johnson löste am 24. Juli vergangenen Jahres Premierministerin Theresa May ab, die im Streit um den Brexit gescheitert war. Großbritannien verließ Ende Januar diesen Jahres die Europäische Union. Doch die Verhandlungen um einen Handelspakt mit der EU stocken.

Eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase lehnte der konservative Regierungschef strikt ab. Umfragen zufolge droht Johnson nun das nächste Problem: Eine knappe Mehrheit der Schotten spricht sich inzwischen für die Abspaltung vom Vereinigten Königreich aus.

RND/dpa