Dienstag , 22. September 2020
Fordert einen UN-Sonderbeauftragten für Klima-Konflikte: Außenminister Heiko Maas (SPD). Quelle: imago images/photothek

Geduld abgelaufen: Maas fordert “ein für alle Mal” UN-Beauftragten für Klima-Konflikte

Außenminister Heiko Maas hat einen eindringlichen Appell vor dem UN-Sicherheitsrat gehalten. Er fordert einen Sonderbeauftragten für Klima und Sicherheit. Ein Frühwarnsystem für Klima-Konflikte konnte nicht beschlossen werden, da die USA es nicht unterstützte.

Berlin/New York. Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor dem UN-Sicherheitsrat einen stärkeren internationalen Fokus auf die Bekämpfung von Konflikten infolge des Klimawandels gefordert. Schon bald würden die Veränderungen durch den Klimawandel jeden Konflikt betreffen – das sehe man heute bereits in der Sahel-Region, im Pazifik oder der Karibik.

Die Vereinten Nationen müssten deshalb “so bald wie möglich einen Sonderbeauftragten für Klima und Sicherheit ernennen”, sagte Maas am Freitag bei einer virtuellen Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums.

“Zeit der diplomatischen Geduld” abgelaufen

Zusammen mit Partnerländern wolle Deutschland eine Sachverständigengruppe für Klima und Sicherheit berufen. „Unser Ziel ist es, dieses Thema zum festen Bestandteil der Arbeit des Sicherheitsrates zu machen – und zwar ein für alle Mal.“ Die „Zeit der diplomatischen Geduld“ sei abgelaufen, so Maas. Deutschland sitzt dem Sicherheitsrat als nicht-ständiges Mitglied in diesem Monat vor.

Eigentlich hatte Berlin gehofft, an diesem Freitag eine Resolution zur Einsetzung eines UN-Frühwarnsystems für Klimawandel-bedingte Konflikte verabschieden zu können. Dies verhinderte die Vetomacht USA Diplomaten zufolge jedoch, indem es den Vorstoß nicht unterstützte.

RND/dpa