Donnerstag , 24. September 2020
Menschen sitzen an Tischen von Restaurants und laufen über den Neumarkt vor der Frauenkirche. (Symbolbild) Quelle: picture alliance/dpa

Uniformierte Mädchengruppen mit rechten Symbolen wandern durch Sachsen

Sowohl in Rathen in der Sächsischen Schweiz als auch in Dresden sind uniformierte Mädchengruppen mit rechten Symbolen gesichtet worden. Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ geht davon aus, dass in der Umgebung ein Nazi-Sommercamp stattfindet. Was sagt der Sächsische Verfassungsschutz dazu?

Dresden/Rathen. In Sachsen sind uniformierte Mädchengruppen mit rechten Symbolen gesichtet worden. Das bestätigte der Sächsische Verfassungsschutz, nachdem etwa das Bündnis “Dresden Nazifrei” auf Facebook entsprechende Aufnahmen gepostet hatte.

Die Bilder sollen der Organisation zugespielt worden sein. Sie zeigen mehrere junge Frauen in Einheitskleidung mit Aufnähern, die rechte Symbolik darstellen. Ein Mädchen hält zudem eine Gitarre in der Hand, die anderen tragen mutmaßlich Liederbücher. Die Wandergruppen wurden sowohl in Rathen in der Sächsischen Schweiz als auch auf dem bekannten Neumarkt in Dresden gesehen.

Die jungen Frauen in der Sächsischen Schweiz trugen nach Angaben des Sächsischen Verfassungsschutzes (LfV) als Ärmelabzeichen einen sogenannten Wotansknoten. Er ist ein Symbol der nordischen Mythologie und wird auch von Rechtsextremisten genutzt. Ein Personenzusammenschluss, der Uniformen mit diesem Symbol nutze, sei dem Verfassungsschutz aber nicht bekannt und stehe nicht unter Beobachtung, erklärte das LfV.

Nazi-Sommercamp in Sachsen?

In Dresden hätten die Betreffenden das Symbol des Freibundes getragen. Auch diese Gruppe werde nicht beobachtet. Beide Symbole seien nicht verboten, hieß es. Der Freibund ist ein Jugendverband, der den neuen Rechten zugeordnet wird. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Das Bündnis Dresden Nazifrei nimmt an, dass in der Nähe ein Nazi-Sommercamp stattfindet.

Sachsens Verfassungsschutz hat allerdings keine Hinweise auf ein Sommercamp von Rechtsextremen in der Umgebung von Dresden. Das teilte das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) am Freitag auf Anfrage mit. Das LfV war nach eigenen Angaben von der Polizeidirektion Dresden über die Sichtung der Wandergruppen informiert worden.

RND/dpa