Dienstag , 22. September 2020
Michael Cohen, ehemaliger Anwalt von US-Präsident Trump, wurde abermals aus dem Gefängnis entlassen.

Richter über Trumps Ex-Anwalt Cohen: Verhaftung aus Vergeltung

Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten Michael Cohen war 2018 zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Im Mai hatte es ihm ein Gericht erlaubt, wegen der Corona-Pandemie die Haftstrafe im Hausarrest weiterzuführen. Vor zwei Wochen wurde er erneut verhaftet – ein Gericht hat dies nun für nicht rechtmäßig erklärt.

New York. Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump Michael Cohen (53) wird wieder aus dem Gefängnis in den Hausarrest entlassen. Richter Alvin Hellerstein habe Cohens Anwälten bei einer Anhörung in New York zugestimmt, dass seine erneute Verhaftung vor rund zwei Wochen nicht rechtsgemäß gewesen sei, berichteten US-Medien am Donnerstag.

Cohen sei aus Vergeltung erneut verhaftet worden, nachdem er angekündigt habe, ein Buch über Trump zu schreiben.

Schweigegeldzahlungen im Auftrag Trumps

Ursprünglich war ihm am 20. Mai wegen der Coronavirus-Pandemie erlaubt worden, seine Strafe im Hausarrest zu beenden. Cohen soll eine dreijährige Strafe verbüßen. Er hatte sich 2018 vor Gericht mehrerer Vergehen schuldig bekannt, unter anderem einer Falschaussage vor dem US-Kongress und Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung.

Bei Letzterem handelte es sich um Schweigegeldzahlungen, die Cohen nach eigener Aussage im Auftrag Trumps ausgeführt hatte. Im Dezember 2018 wurde der Ex-Anwalt dann verurteilt.

Schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten

Cohen hat mehr als ein Jahrzehnt für Trump gearbeitet und war eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten. Er wurde oft als Trumps „Ausputzer“ beschrieben, bis es zum Bruch zwischen beiden kam. Cohen wandte sich von Trump ab und erhob vor Gericht und dem US-Kongress schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten.

RND/dpa