Montag , 19. Oktober 2020
Ein Mann geht in das Bundesverteidigungsministerium: Ein Mitarbeiter des Presse- und Informationsstabs soll sich auf Instagram mit einem Anhänger der "Identitären Bewegung" vernetzt haben. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Extremismus-Verdacht: Oberstleutnant distanziert sich von Rechtsradikalen

ARD-Recherchen hatten ergeben, dass sich ein Mitarbeiter im Presse- und Informationsstab des Verteidigungsministeriums mit einem Anhänger der „Identitären Bewegung“ vernetzt hat. Der Mann hat den Verdacht auf eine rechtsextreme Gesinnung nun bestritten. Ihm sei „ein großer Fehler“ passiert, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Berlin. Ein unter Extremismus-Verdacht geratener Mitarbeiter des Presse- und Informationsstabs des Verteidigungsministeriums hat sich gegen die Vorwürfe verteidigt und vom Rechtsradikalismus distanziert. “Ich distanziere mich von der “Identitären Bewegung” und allen Rechtsradikalen. Ich habe mit diesen Menschen und diesem Gedankengut nichts zu tun, ich habe keinen Kontakt zu Rechtsradikalen. Ich stehe selbstverständlich hinter unserer Verfassung”, sagte Oberstleutnant Marcel Bohnert der “Bild”.

Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins “Panorama” soll Bohnert, der sich bislang um die Social-Media-Division der Bundeswehr kümmerte, auf dem sozialen Netzwerk Instagram mit einem Anhänger der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften “Identitären Bewegung” vernetzt gewesen sein und Beiträge von diesem positiv kommentiert haben.

“Ein großer Fehler”

Der „Bild“ sagte er, ihm sei „ein großer Fehler“ passiert. „Ich war nicht aufmerksam genug, habe darauf vertraut, dass das, was mir aus meiner Community reingespielt wird, schon in Ordnung ist. Das war naiv. Und es tut mir leid.“

Bohnert kümmert sich nach eigenen Angaben nicht mehr um die Social-Media-Division der Bundeswehr. “Aber natürlich würde ich meinen Job gerne eines Tages weiter machen”, sagte er zu “Bild”. Er gab an, Screenshots seiner “Gefällt mir”-Kommentare gesichert und an das Verteidigungsministerium weitergeleitet zu haben. “Selbstverständlich kooperiere ich.”

RND/dpa