Samstag , 24. Oktober 2020
Zwei Männer mit Schutzmasken fahren zusammen auf einem Motorroller in Dakar im Senegal. Quelle: Eddy Peters/XinHua/dpa

Entwicklungshilfswerk: EU-Corona-Hilfe für arme Länder beschämend

Die EU-Staaten hatten sich auf ein 750 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise verständigt. Den Anteil daraus für arme Länder nennt der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, Karl Jüsten, „beschämend“. „Die EU muss noch eine Schippe nachlegen, damit sie sich solidarisch zeigt mit der einen Welt“, sagt er.

Berlin. Der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, Karl Jüsten, fordert von der EU mehr Solidarität mit ärmeren Ländern in der Corona-Krise.

Die Staatengemeinschaft habe ein riesiges Rettungspaket geschnürt. “Wenn es dann 750 Milliarden sein sollten oder wenn es dann doch weniger sind, ist es trotzdem insgesamt beschämend, wenn davon nur eine Milliarde Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung steht und für die Bekämpfung der Pandemie in den ärmsten Ländern”, sagte er am Donnerstag in Berlin.

Er mache sich größte Sorgen, kommentierte der Leiter der beim Entwicklungshilfswerk Misereor angesiedelten Organisation.

Gleichzeitig sprach Jüsten seine Unterstützung aus für die Forderung von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nach einem Wiederaufbau- und Stabilisierungsprogramm der EU etwa mit Stabilisierungskrediten in Höhe von 50 Milliarden Euro. „Die EU muss noch eine Schippe nachlegen, damit sie sich solidarisch zeigt mit der einen Welt“, forderte Jüsten. Organisationen hatten immer wieder angemerkt, dass die Corona-Krise gerade arme Länder besonders hart treffe.

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union hatten sich in der Nacht zu Dienstag auf ein 750 Milliarden Euro schweres Konjunktur- und Investitionsprogramm zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise verständigt.

RND/dpa