Freitag , 18. September 2020
Ein Blick auf die nigerianische Metropole Lagos (Symbolfoto). Quelle: picture-alliance/ dpa

Nigeria: Fünf entführte Helfer von Extremisten getötet

Fünf humanitäre Helfer waren im vergangenen Monat in Nigeria entführt worden. Nun teilt der Präsident des Landes mit, dass sie von Extremisten getötet worden seien. Er selbst macht die Terrorgruppe Boko Haram für die Tat verantwortlich.

Abuja. In Nigeria sind fünf zuvor entführte humanitäre Helfer von Extremisten getötet worden. Präsident Muhammadu Buhari verurteilte die Tötung der fünf Menschen im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes und machte die Terrorgruppe Boko Haram dafür verantwortlich, wie Regierungssprecher Garba Shehu am Mittwochabend mitteilte.

Demnach arbeiteten die Helfer unter anderem für die Organisationen International Rescue Committee (IRC) und Action Against Hunger sowie eine staatliche Nothilfeorganisation.

Die NGO-Mitarbeiter wurden im vergangenen Monat entführt, als sie entlang einer Hauptstraße von Monguno nach Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, fuhren, wie Edward Kallon, der humanitäre Koordinator der UN in Nigeria, mitteilte.

„Dies ist tragischerweise nicht die erste Tötung von entführten humanitären Helfern“, sagte Kallon, und rief alle bewaffneten Gruppen dazu auf, Zivilisten und Entwicklungshelfer nicht anzugreifen. „Wir sind zutiefst traurig und untröstlich“, hieß es in einer Mitteilung des IRC.

Demnach musste der IRC-Mitarbeiter, der getötet wurde, selbst einst fliehen und wollte dennoch das Leid von Kindern bekämpfen. Die Organisation verurteilte die “barbarische” Tat und “sinnlose Hinrichtung”.

In Nigeria terrorisiert Boko Haram seit Jahren die Bevölkerung. Die Fundamentalisten haben Zehntausende Menschen getötet und Millionen aus ihrer Heimat vertrieben. Vor einigen Jahren spaltete sich eine Gruppe von Boko Haram ab und schwor der Terrormiliz IS die Treue, die Gruppe ist als Westafrika-Ableger des Islamischen Staats (ISWAP) bekannt. Es war zunächst unklar, welche der beiden Gruppen für die Tötung der Helfer verantwortlich ist.

RND/dpa