Samstag , 19. September 2020
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Symbolfoto). Quelle: imago images/Steinach

Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland steigt auf mehr als 1,8 Millionen

Laut Statistischem Bundesamt war es der geringste Zuwachs seit 2012: Ende vergangenen Jahres ist die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland auf knapp über 1,8 Millionen gestiegen. Der Anteil der Personen mit offenem Schutzstatus lag dabei bei 266.000.

Wiesbaden. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Schutz vor Krieg oder Verfolgung suchen, ist Ende vergangenen Jahres auf knapp über 1,8 Millionen gestiegen.

Mit drei Prozent sei der Zuwachs der geringste seit dem Jahr 2012 gewesen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Schutzsuchende sind Ausländerinnen und Ausländer, die sich unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten.

1,36 Millionen Menschen mit anerkanntem Schutzstatus

Unter ihnen waren am 31. Dezember 2019 rund 266.000 Personen mit offenem Schutzstatus, über ihren Asylantrag war also noch nicht rechtskräftig entschieden. Diese Zahl sank den Angaben zufolge um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang sei sowohl auf die Abarbeitung anhängiger Asylverfahren als auch auf einen erneuten Rückgang von Anträgen zurückzuführen, erklärte das Bundesamt.

Über einen anerkannten Schutzstatus verfügten 1,36 Millionen Schutzsuchende, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Syrien war dabei das Haupt-Herkunftsland (41 Prozent), es folgten Afghanistan (11 Prozent) und der Irak (10 Prozent). In 80 Prozent der Fälle wurde der anerkannte Schutzstatus zeitlich befristet.

Zudem lebten 213.000 Schutzsuchende in Deutschland, deren Asylgesuch abgelehnt wurde oder die ihren Schutzstatus verloren haben. Hier betrug der Anstieg den Angaben zufolge zehn Prozent.

Seehofer warnt vor steigenden Flüchtlingszahlen auf Balkanroute

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dringt derweil auf neue Aktivitäten zur Eindämmung irregulärer Migration speziell auf der Balkanroute. Anlässlich einer Konferenz von Anrainer-Staaten in Wien warnte er vor steigenden Flüchtlingszahlen.

“Die Migration auf der Westbalkanroute steigt und der Zustand ungeordneter Migration muss beendet werden”, sagte er der “Bild”-Zeitung. Die Staaten entlang der Route müssten in allen Bereichen eng zusammenarbeiten.

Seehofer ist einer der Vertreter aus insgesamt 18 Ländern, die seit Mittwoch beraten, wie illegale Migration nach Europa gestoppt werden und eine vertiefte Zusammenarbeit erreicht werden kann. Nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) geht es um Grenzschutz, die Bekämpfung der Schlepperei, die Rückführung von Menschen ohne Bleibeberechtigung sowie um schnellere Asylverfahren.

RND/dpa