Mittwoch , 21. Oktober 2020
Ein Kämpfer der international anerkannten libyschen Regierung steht an einer Waffe auf der Ladefläche eines Trucks, etwa 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Quelle: Hamza Turkia/XinHua/dpa

Türkei und Russland wollen Feuerpause in Libyen

Russland und die Türkei treiben ihre Verhandlungen zum Konflikt in Libyen voran. Beide Länder wollen sich laut eigenem Bekunden nun für eine Feuerpause einsetzen. Das vereinbarte Delegationen beider Länder am Mittwoch in Ankara.

Ankara. Die Türkei und Russland wollen ihre Bemühungen um eine anhaltende Feuerpause in Libyen vorantreiben. Darauf einigten sich Delegationen beider Länder am Mittwoch bei einem Treffen in Ankara. Man wolle zusammenarbeiten, um die Konfliktparteien in Libyen zu ermuntern, “Bedingungen für eine anhaltende und nachhaltige Feuerpause zu schaffen”. Die beiden Seiten einigten sich, zusammen den politischen Dialog fördern zu wollen. Auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu Libyen sowie weitere Beratungen in Moskau seien geplant.

Zuletzt haben sich die Spannungen zwischen ausländischen Regierungen verschärft, die im Libyen-Konflikt rivalisierende Mächte stützen. Die Türkei hat sich hinter die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis im Westen Libyens gestellt. Von Ankara gestützte Truppen haben sich am Rande der Küstenstadt Sirte gesammelt und ankündigt, diese und die Militärbasis Dschufra von rivalisierenden Kräften unter Kommando des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar zu erobern.

Ägypten, die Arabischen Emirate und andere ausländische Mächte haben Haftars Truppen mit wichtiger militärischer Ausrüstung ausgestattet. Moskau gilt auch als entscheidende Stütze des Generals und hat über die Wagner-Gruppe – eine vom Kreml unterstützte Sicherheitsfirma – Hunderte Söldner entsandt.

RND/AP