Samstag , 26. September 2020
Russlands Präsident Wladimir Putin. Der Kreml hat offenbar versucht, das schottische Unabhängigkeitsreferendum 2014 zu beeinflussen. Quelle: imago images/ITAR-TASS

Geheimdienstbericht: Kreml wollte schottisches Referendum beeinflussen

2014 hat es offenbar die „erste postsowjetische Einmischung in eine demokratische Wahl im Westen“ gegeben. Das geht nun laut einem Medienbericht aus einem lange erwarteten Report des britischen Geheimdienstausschusses hervor. Russland hat demnach versucht, das Unabhängigkeitsreferendum in Schottland im Jahr 2014 zu beeinflussen.

London. Russland soll versucht haben, dass schottische Unabhängigkeitsreferendum im Jahr 2014 zu beeinflussen. Das geht aus einem Bericht des britischen Geheimdienstausschusses über die russische Einmischung in Politik und Wahlen hervor, wie die britische Zeitung “The Telegraph” am Dienstag berichtete.

Es handele sich um die „erste postsowjetische Einmischung in eine demokratische Wahl im Westen“, zitierte die Zeitung aus dem lange erwarteten Bericht. Die Schotten hatten damals mit 55 Prozent gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich gestimmt.

Bei Brexit-Referendum offenbar keine Manipulationsversuche

Beim Brexit-Referendum der Briten 2016 gab es den Angaben zufolge hingegen keine Manipulationsversuche. Damals hatten knapp 52 Prozent für die Loslösung von der Europäischen Union gestimmt.

Der Report sollte – mit monatelanger Verzögerung – noch am Dienstag publiziert werden. Premierminister Boris Johnson hatte eine Freigabe vor der Parlamentswahl abgelehnt. Das heizte Spekulationen in Großbritannien an, dass der etwa 50 Seiten umfassende Bericht wenig schmeichelhaft für die regierenden Konservativen ausfallen dürfte.

Nach einem Bericht der „Sunday Times“ vom vergangenen Jahr wurden in dem Report unter anderem die Beziehungen mehrerer russischer Großspender der britischen Konservativen zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB unter die Lupe genommen.

RND/dpa