Donnerstag , 1. Oktober 2020
US-Präsident Donald Trump

Trump will Coronavirus-Briefings nun doch wiederaufnehmen

Nach wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement will US-Präsident Trump seine Pressekonferenzen zur Coronavirus-Pandemie in den USA wieder aufnehmen. “Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings”, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt.

Washington. Bei den neuen Briefings solle es um Fortschritte bei der Suche nach einem Impfstoff, um Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen und um “das China-Virus” gehen. Außerdem sollten sich führende Vertreter der Pharmaindustrie dort äußern. Das erste Briefing werde voraussichtlich an diesem Dienstag stattfinden.

Bis Ende April war Trump über Wochen hinweg fast täglich bei den Pressekonferenzen der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses aufgetreten. Seine Auftritte dauerten teils länger als zwei Stunden. Manche Aussagen dort brachten dem Präsidenten Kritik ein – etwa eine Überlegung im April, ob es im Kampf gegen das Virus helfen könnte, Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen. Später legte Trump den Fokus auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft und weniger darauf, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Neuinfektionen in den USA nehmen seit Längerem wieder dramatisch zu.

Immer weniger Amerikaner vertrauen Trumps Krisenmanagement

Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage hat die Kritik an Trumps Krisenmanagement zugenommen. In der Befragung im Auftrag der „Washington Post“ und des Senders ABC äußerten sich 60 Prozent negativ zu Trumps Vorgehen in der Pandemie, nur noch 38 Prozent befürworteten es. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheißen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

Trumps Beraterin Kellyanne Conway hatte den Rückgang der Werte darauf zurückgeführt, dass der Präsident nicht mehr bei Corona-Briefings auftrete. Es sei kein Zufall, dass die Werte höher gewesen seien, als Trump selber die Coronavirus-Problematik angesprochen habe, sagte Conway am Freitag. “Die Menschen wollen vom Präsidenten der Vereinigten Staaten hören. Es muss nicht täglich sein, es muss nicht für zwei Stunden sein, aber aus meiner Sicht muss es sein.”

RND/dpa