Dienstag , 20. Oktober 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht an der Huazhong-Universität vor Studierenden. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Merkel warb auf China-Reise für Wirecard

Nach Angaben einer Regierungssprecherin soll Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im Herbst 2019 den Konzern Wirecard angesprochen haben. Das Bundeskanzleramt soll sich für den Konzern während einer China-Reise von Merkel eingesetzt haben. Von Unregelmäßigkeiten habe niemand gewusst.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Angaben einer Regierungssprecherin bei einer China-Reise im Herbst 2019 den Konzern Wirecard thematisiert. “Sie hat es angesprochen”, sagte die Sprecherin am Montag in Berlin. Merkel habe aber zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis von Unregelmäßigkeiten bei Wirecard gehabt.

Wie zuerst der “Spiegel” berichtet hatte, hatte das Bundeskanzleramt sich im Herbst 2019 rund um eine China-Reise von Merkel für den Zahlungsabwickler eingesetzt. Dabei ging es um einen beabsichtigten Markteintritt von Wirecard in China.

Kanzlerin wird häufig von Wirtschaftsdelegationen begleitet

Wirecard hatte im Juni mutmaßliche Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere ehemalige und aktive Manager.

Die Regierungssprecherin nannte den Fall “besorgniserregend”, er bedürfe einer umfassenden Aufklärung. Sie sagte außerdem, die Bundesregierung setze sich im Rahmen bilateraler Kontakte regelmäßig für wirtschaftliche Interessen ein, die Kanzlerin werde daher häufig von hochrangigen Wirtschaftsdelegationen begleitet.

RND/dpa