Donnerstag , 29. Oktober 2020
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Verteidigungsministerin, steht bei der Kranzniederlegung beim Gedenken der Bundesregierung an die Ermordeten des Widerstands gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in der Gedenkstätte Plötzensee. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Enkel von Hitler-Attentäter Stauffenberg: “Von Diktatur innerlich befreit”

Vor 76 Jahren versuchten der Offizier Graf von Stauffenberg und andere, Adolf Hitler zu töten. Der Bund und die Stiftung 20. Juli 1944 gedachten am Montag in Berlin der NS-Widerstandskämpfer. Zur Gedenkveranstaltung kamen auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Berlin. In Berlin ist am Montag der Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944 gedacht worden. Die zentrale Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag fand in der Gedenkstätte Plötzensee wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Publikum statt.

Am 20. Juli 1944 hatte eine Gruppe um den Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) versucht, mit einem Sprengstoff-Anschlag Hitler zu töten. Das Attentat misslang, die Widerstandkämpfer wurden hingerichtet.

In seiner Gedenkrede betonte der Enkel von Stauffenberg, Philipp von Schulthess, der 20. Juli erinnere auch heute daran, „dass es einmal in finsterer Zeit Frauen und Männer gegeben hat, die sich von nationaler Verblendung und von der Angst und dem Gehorsam gegen Diktatur und Terror innerlich befreit haben“.

Es sei für alle heute und später lebenden Generationen von Deutschen “von zentraler befreiender Wirkung”, dass es diese Menschen im Widerstand gegeben hat, die mit der Schuld und der Schande ihres Volkes einfach nicht weiterleben wollten.

Schulthess verwies darauf, dass es zahlreiche, teilweise unbekannte und aus verschiedenen sozialen Schichten stammende Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und das Hitler-Regime gab.

An der zentralen Gedenkveranstaltung des Bundes und der Stiftung 20. Juli 1944 nahmen neben anderen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Redner teil.

RND/epd