Freitag , 23. Oktober 2020
Demokratieaktivist Joshua Wong in Hongkong. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Hongkong-Aktivist Wong kandidiert für Parlament: “Wir kapitulieren nicht”

Er ist das wahrscheinlich bekannsteste Gesicht der Hongkonger Demokratiebewegung: Aktivist Joshua Wong. Nun will er für das Parlament kandidieren. Doch China könnte ihn daran hindern.

Hongkong. Der prodemokratische Aktivist Joshua Wong hat die Unterlagen für eine Kandidatur bei den im September anstehenden Hongkonger Parlamentswahlen eingereicht. “Wir hoffen, die Welt wissen zu lassen, wie wir entschieden haben, nicht zu kapitulieren, wie wir entschieden haben, nicht vor China den Kotau zu machen”, sagte er am Montag.

Das neue sogenannte Sicherheitsgesetz, das China unlängst Hongkong aufoktroyiert hat und das gegen Separatismus und Subversion gerichtet ist, könnte allerdings Oppositionelle daran hindern, Abgeordnete zu werden.

Es sieht vor, dass Personen, die wegen des Vorwurfs verurteilt wurden, die nationale Sicherheit gefährdet zu haben, nicht kandidieren oder öffentliche Ämter ausüben dürfen. Der 23-jährige Wong war zwei Mal im Gefängnis, weil er 2014 an prodemokratischen Protesten teilgenommen hatte.

Wong nimmt Gefahr in Kauf

Er sagte: “Mit der Gefahr, dass ich nach China ausgeliefert werde, mit der Unsicherheit, ob ich in ein schwarzes Gefängnis in Peking geschickt werde, mit der Möglichkeit, zu lebenslanger Haft verurteilt zu werden… Ich hoffe dennoch, für das Amt zu kandidieren und das Mandat des Volks zu erhalten und die Welt wissen zu lassen, dass wir unseren Kampf bis zum letzten Atemzug fortsetzen werden.”

2017 waren vier prodemokratischen Abgeordneten ihre Sitze entzogen worden, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass sie nicht ordnungsgemäß ihren Eid abgelegt und China die Treue gelobt hätten.

RND/AP