Mittwoch , 30. September 2020
Eine Flagge des Bundesstaates Mississippi weht vor dem Kapitol in Jackson. Inmitten der Rassismusdebatte in den USA haben sich beide Kammern des Parlaments in Mississippi mit großer Mehrheit für eine Änderung der umstrittenen Flagge des südlichen Bundesstaats ausgesprochen. Die Flagge zeigt 13 weiße Sterne auf zwei blauen, weiß umrandeten diagonalen Streifen auf rotem Grund. Quelle: Rogelio V. Solis/AP/dpa

Trump verteidigt Südstaatenfahne – “Mir egal, was das Militär sagt”

Die Konföderiertenfahne gilt bei der Black-Lives-Matter-Bewegung als Symbol für Rassismus. Das Pentagon will sie deshalb aus militärischen Einrichtungen verbannen und einige Stützpunkte umbenennen. US-Präsident Donald Trump hat einen anderen Blick auf die Dinge.

Washington. US-Präsident Donald Trump hat sich ablehnend zu Plänen des Verteidigungsministeriums geäußert, nach Offizieren der Südstaaten benannte Militärstützpunkte umzubenennen. Auch will das Pentagon das Hissen der Konföderiertenfahne in militärischen Einrichtungen abschaffen.

Eine Initative dazu ist eine Konsequenz aus dem Tod des Schwarzen George Floyd durch einen weißen Polizisten. “Es ist mir egal, was das Militär sagt”, erklärte Trump in einem Interview des Fernsehsenders Fox am Sonntag.

Zur seit Floyds Tod aufgeflammten Rassismusdebatte und Polizeigewalt in den USA sagte Trump, er könne verstehen, dass Afroamerikaner darüber aufgebracht seien, dass Polizei gegen ihre Bevölkerungsgruppe unverhältnismäßig Gewalt anwende. „Natürlich mache ich das“, erklärte er, fügte dann aber wie häufig bei diesem Thema hinzu: „Weiße werden auch getötet.“

“Sonst werden wir am Ende wieder gegeneinander kämpfen”

Er fühle sich von der Bewegung Black Lives Matter nicht angegriffen, sagte Trump weiter und verteidigte dann das Zeigen der Konföderiertenfahne, die der Bewegung als Symbol für Rassismus gilt. Doch Trump erklärte, jene, „die stolz die Konföderiertenfahnen zeigen, sie sprechen nicht über Rassismus“.

Und weiter: “Sie lieben ihre Fahne, die den Süden repräsentiert, sie mögen den Süden. Das ist Redefreiheit. Und wissen Sie, die ganze Sache mit “cancel culture” (Kultur annullieren), wir können nicht unsere gesamte Geschichte abschaffen. Wir können nicht vergessen, dass Norden und Süden (gegeneinander) kämpften. Wir müssen das erinnern, sonst werden wir am Ende wieder gegeneinander kämpfen. Man kann einfach nicht alles widerrufen.”

RND/AP