Mittwoch , 21. Oktober 2020
Ein US-Magazin titelt mit einer Gesichtsmaske: Die US-Präsident lässt den Chef der Seuchenschutzbehörde nicht über einen möglichen Weg zur Wiedereröffnung von Schulen sprechen. Quelle: imago images/ZUMA Wire

USA: Weißes Haus hindert Seuchenschutz-Behördenchef an Aussage

Der Chef der Seuchenschutzbehörde sollte darüber berichten, ob und wie die US-Schulen sicher wieder geöffnet werden können. Doch die Trump-Regierung ließ den Termin ausfallen. Der US-Präsident dringt darauf, die Schulen trotz steigender Fallzahlen im Herbst zu öffnen.

Das Weiße Haus lässt einen Behördenchef zum Ärger der US-Demokraten nicht vor einem Kongressausschuss zum Umgang mit der Corona-Krise aussagen.

Robert Redfield, Direktor des Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention (CDC), und weitere Mitarbeiter der Behörde sollten sich am kommenden Donnerstag zur Frage äußern, wie die US-Schulen inmitten der Pandemie auf sichere Weise wieder geöffnet werden könnten, teilten die Demokraten im Repräsentantenhaus am Freitag mit. Doch habe ihnen das Weiße Haus eine Abfuhr erteilt.

Die öffentliche Anhörung hatte der Ausschuss für Bildung und Arbeit im Repräsentantenhaus anberaumt. Dessen Vorsitzender Bobby Scott, nannte es alarmierend, dass die Trump-Regierung CDC-Vertreter nicht vor dem Komitee erscheinen lasse – und “das in einer Zeit, in der dessen Expertise und Anleitung so wichtig für die Gesundheit und Sicherheit von Schülern, Eltern und Pädagogen ist.”

Mit ihrem Mangel an Transparenz erweise die Regierung den vielen Kommunen im Land, die vor schwierigen Entscheidungen über die Wiederöffnung von Schulen im Herbst stehen, einen schlechten Dienst.

Trump will Schulen unbedingt öffnen

Regierungssprecher Judd Deere entgegnete, dass Dr. Redfield in den vergangenen drei Monaten bereits mindestens vier Mal im Kapitol ausgesagt habe. Es gelte sicherzustellen, dass der Fokus „unsere Mediziner auf der Reaktion auf die Pandemie“ liege.

Präsident Donald Trump dringt darauf, dass die Schulen in Amerika trotz steigender Corona-Fallzahlen wie geplant im Herbst ihre Pforten öffnen. Dies wollten die meisten Eltern so, argumentiert er. Zuletzt legte Trump nahe, dass die Entscheidung gegen Schulöffnungen in manchen Gegenden eher von politischen Erwägungen getrieben sei als von legitimen Ängsten wegen der Pandemie.

RND/AP