Dienstag , 22. September 2020
Mississippi trennte sich zuletzt von seiner umstrittenen Flagge. Auch der US-Bundesstaat hatte das Konföderiertenmotiv auf der Fahne. Quelle: Rogelio V. Solis/AP/dpa

Pentagon will gegen Trumps Willen Südstaatenflagge verbieten

Das US-Verteidigungsministerium stellt sich gegen den Willen von Präsident Donald Trump. Der will das Hissen der umstrittenen Südstaatenfahne in militärischen Einrichtungen beibehalten. Das Ministerium streicht die Konföderiertenflagge dagegen aus einer entscheidenden Liste, geht damit aber extra vorsichtig vor.

Washington. Das US-Verteidigungsministerium will gegen den Willen von Präsident Donald Trump das Hissen der Konföderiertenfahne in militärischen Einrichtungen abschaffen. Mit einer vorsichtig formulierten Anweisung, in der das Wort “Verbot” vermieden wird, solle ein offener Widerspruch zu Trump umgangen werden, erklärten Gewährsleute der Nachrichtenagentur AP zu einem Memo, das Verteidigungsminister Mark Esper am Donnerstag unterzeichnete.

In dem Memo werden alle Arten von Fahnen aufgelistet, die in Militäreinrichtungen gezeigt werden dürfen. Die Südstaatenfahne – insbesondere für Afroamerikaner Symbol für Sklaverei und Unterdrückung – wird in dieser Liste nicht aufgeführt. Sie ist damit nicht mehr erlaubt, wobei ein ausdrückliches Verbot nicht formuliert wird.

Esper: “Auf das konzentriert bleiben, was uns eint”

„Wir müssen immer auf das konzentriert bleiben, was uns eint, unseren geschworenen Eid auf die Verfassung und unsere gemeinsame Pflicht, die Nation zu verteidigen“, heißt es in Espers Memo. „Die Fahnen, die wir zeigen, müssen in Übereinstimmung sein mit den militärischen Geboten guter Ordnung und Disziplin, alle unsere Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln, und spaltende Symbole zurückzuweisen.“

Trump hat das Hissen der Konföderiertenfahne verteidigt und es abgelehnt, nach Südstaatenoffizieren benannte Stützpunkte umzubenennen. Seit dem Tod George Floyds durch einen weißen Polizisten im Mai sind Konföderiertendenkmäler und andere Symbole in mehreren US-Städten zu Brennpunkten antirassistischer Proteste geworden.

RND/AP