Freitag , 23. Oktober 2020
So nicht: Kanzlerin Angela Merkel weist den bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borrisow auf dem EU-Gipfel in Brüssel darauf hin, dass er seinen Mund-Nasen-Schutz nicht ordnungsgemäß trägt. Quelle: Stephanie Lecocq/EPA Pool/dpa

EU-Gipfel: Merkel weist auf falsches Tragen der Maske hin

Der EU-Sondergipfel ist das erste persönliche Treffen der Staats- und Regierungschefs in der Corona-Krise. Deswegen gelten auch dort zahlreiche Sicherheitsbedingungen von Abstandsregeln bis Maske. Letztere hatte der bulgarische Ministerpräsident aber nicht richtig aufgesetzt – die Kanzlerin wies ihn offenbar darauf hin.

Brüssel. Maske auf – und zwar richtig! Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim EU-Gipfel zum Milliarden-Paket in Brüssel offensichtlich auch die Sicherheit anderer im Blick gehabt.

Bei der Begrüßung schien sie ihren bulgarischen Amtskollegen Boiko Borissow am Freitag mit einem Fingerzeig darauf aufmerksam zu machen, dass er seinen Mund-Nasen-Schutz falsch trägt – nämlich nicht über der Nase. Wie auf einem Foto zu sehen war, zeigte Merkel mit ihrem linken Zeigefinger in Richtung des freigelegten Riechorgans.

Um eine Übertragung von Sars-CoV-2 unter den Teilnehmern zu verhindern, gelten bei dem zweitägigen Gipfel strenge Regeln. So sollen dem Europäischen Rat zufolge alle Teilnehmer stets einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Begrüßung per Armbeuge

Statt per Handschlag begrüßte Merkel Borrisow also per Armbeuge. Geht es doch mal auf Tuchfühlung, sodass der Abstand nicht eingehalten werden kann, heißt es für die Teilnehmenden: Maske aufsetzen.

Bereits vor dem Gipfel hatten die Organisatoren auf Hochtouren gearbeitet, um den Gipfel coronasicher zu machen, und im Brüsseler Europa-Gebäude die Wege neu angelegt. Statt recycelter Luft atmen die Spitzenpolitiker gefilterte Frischluft.

Um in ausreichender Distanz verhandeln zu können, sitzen die Staats- und Regierungschefs in einem Raum, der mit 850 Quadratmetern in etwa die Größe eines Handball-Spielfeldes hat. Die Zahl der Mitarbeiter, die mit dabei sein dürfen, sollte nicht mehr als vier oder fünf betragen. Üblicherweise fasst der Saal rund 330 Menschen.

Ein Arzt für akute Infektionen

Auch gegen mögliche Corona-Infektionen wappnete sich der Europäische Rat. So stehe für alle Fälle ein Arzt bereit, hieß es. Wer Covid-19-Symptome zeige, müsse die Sitzung sofort verlassen. Ist ein Staats- und Regierungschef betroffen, kann er einen anderen damit beauftragen, ihn bei Abstimmungen zu vertreten. Ein Minister des betroffenen EU-Staates darf in diesem Fall nicht einspringen.

Bei dem Sondergipfel geht es unter anderem um den Vorschlag der EU-Kommission, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und das Geld dann in ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise zu stecken. Zudem wird eine Einigung über den kommenden siebenjährigen EU-Finanzrahmen angestrebt. Der Gipfel ist für zwei Tage angesetzt.

RND/dpa