Janine Wissler (Die Linke, rechts), Fraktionsvorsitzende der Linken in Hessen: Sie und andere Frauen bekamen Drohmails. Quelle: Arne Dedert/dpa

Drohmails: 400 Persönlichkeiten solidarisieren sich mit Betroffenen

Die mit “NSU 2.0” unterzeichneten Drohmails an Linken-Politikerin Janine Wissler und andere Personen aus dem linken Spektrum sorgen weiter für Entsetzen. Mehr als 400 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens solidarisieren sich nun mit den Betroffenen. Der Rechtsextremismus in Deutschland wachse, es gehe nicht mehr nur um “verwirrte Einzeltäter”.

Frankfurt am Main. Mehr als 400 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben ihre Solidarität mit der Linken-Politikerin Janine Wissler sowie mit den anderen von anonymen Morddrohungen betroffenen Frauen bekundet. Sie hätten einen entsprechenden Aufruf des gewerkschaftsnahen Frankfurter Vereins “Friedens- und Zukunftswerkstatt” unterzeichnet, sagte der Vereinsvorsitzende Willi van Ooyen am Freitag der Nachrichtenagentur epd. Die Aktion sei am vergangenen Sonntag gestartet worden und ende wahrscheinlich am 26. Juli.

Für die Unterzeichner, die vor allem aus Hochschulen und der Friedensbewegung stammten, sei der Angriff auf Persönlichkeiten, die sich gegen rassistische Politik und für Demokratie und Frieden engagieren, ein weiteres Beispiel dafür, dass der Rechtsextremismus in Deutschland wachse, sagte der frühere Linken-Fraktionschef im Hessischen Landtag.

Zunehmend werde erkennbar, dass es sich nicht um verwirrte Einzeltäter handele, “sondern diese Kräfte in der Gesellschaft und auch in den öffentlichen Ämtern verwurzelt sind”.

RND/epd