Donnerstag , 22. Oktober 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates Quelle: Francisco Seco/AP Pool/dpa

EU-Gipfel: Merkel fordert Kompromissbereitschaft für Coronahilfen

Die EU-Länder beraten am heutigen Freitag über ein Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise. Die Kanzlerin rechnet vorab mit schweren Verhandlungen. Die Differenzen zwischen den einzelnen Ländern seien groß.

Brüssel. Kanzlerin Angela Merkel hat die Erwartungen an eine rasche Entscheidung über das milliardenschwere EU-Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise gedämpft.

Alle würden mit sehr viel Elan in die Beratungen gehen, sagte Merkel am Freitag in Brüssel bei ihrem Eintreffen zu den Beratungen auf dem EU-Sondergipfel über das Paket. “Aber ich muss sagen, dass die Unterschiede doch noch sehr, sehr groß sind und ich deshalb noch nicht voraussagen kann, ob wir bei diesem Mal schon zu einem Ergebnis kommen.”

„Wünschenswert wäre es. Dennoch muss man ja auch der Realität ins Auge sehen“, ergänzte die Kanzlerin. Es bedürfe „wirklich großer Kompromissbereitschaft aller, damit wir etwas hinbekommen, was für Europa gut ist. Was für die Menschen in Europa gut ist angesichts dieser Pandemie. Und was auch eine entsprechende Antwort ist auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die wir haben.“ Sie erwarte deswegen „sehr, sehr schwere Verhandlungen“.

Kanzlerin in der Vermittlerrolle

Deutschland werde sich gemeinsam mit Frankreich in die Verhandlungen einbringen, um Ratspräsident Charles Michel „wirklich hilfreich unter die Arme zu greifen. Und dann müssen wir jetzt einfach hart arbeiten“, sagte Merkel.

Der Kanzlerin kommt in den Verhandlungen eine Vermittlerrolle zu, Deutschland führt seit dem 1. Juli den Vorsitz der 27 EU-Länder. Es geht in Brüssel um den 750-Milliarden-Euro-Plan gegen die Corona-Krise. Geklärt werden soll zugleich der nächste siebenjährige EU-Finanzrahmen im Umfang von mehr als einer Billion Euro.

RND/dpa