Sonntag , 27. September 2020
In einem Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Quelle: Oliver Berg/dpa

Gesundheitsminister wollen gezielte Corona-Tests für Rückkehrer

Nach derzeitiger Rechtslage müssen Personen, die aus stark vom Coronavirus betroffenen Staaten nach Deutschland zurückkehren, für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Die Umsetzung dieser Regel ist allerdings nur schwer zu kontrollieren. Deshalb haben die Gesundheitsminister der Bundesländer einen neuen Plan entwickelt.

Berlin. Die Gesundheitsminister der Bundesländer erwägen strengere Regeln für Rückkehrer aus stark vom Coronavirus betroffenen Staaten. Nach derzeitiger Rechtslage müssen diese Menschen in Deutschland zunächst in 14-tägige häusliche Quarantäne. Im Gespräch sind nun zusätzlich unter anderem gezielte Corona-Tests.

“Ganz zufrieden bin ich mit der jetzigen Lösung nicht”, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Berlins Ressortchefin Dilek Kalayci (SPD), am Donnerstag nach einer Schalte mit ihren Ressortkollegen der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Umsetzung der Quarantäneregel sei bei den Menschen sehr viel Eigenverantwortung gefragt.

Spanien trotz Sauf-Partys auf Mallorca kein Risikogebiet

“Meine Befürchtung ist aber, dass sich Rückkehrer nicht daran halten”, so Kalayci. “Deshalb haben wir verabredet, zum Beispiel über zielgerichtete Testungen dieses Personenkreises zu sprechen.”

Beratungen dazu seien bei einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am kommenden Mittwoch (22. Juli) geplant.

Momentan gilt die Quarantänepflicht für Rückkehrer oder Einreisende aus Staaten außerhalb der EU und des europäischen Wirtschaftsraums. Auch der EU-Staat Luxemburg ist wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen derzeit betroffen.

Zuletzt hatten ungezügelte Sauf-Partys von Urlaubern ohne Maske und Abstand auf Mallorca für Schlagzeilen gesorgt. Spanien gilt indes nicht als Risikogebiet.

RND/dpa