Freitag , 23. Oktober 2020
Black-Lives-Matter-Demonstranten im Juli vor dem Trump Tower in New York. (Symbolbild) Quelle: imago images/ZUMA Wire

Familie von George Floyd verklagt Polizisten und Stadt Minneapolis

Ende Mai war der Afroamerikaner George Floyd durch Polizeigewalt getötet worden. Seine Angehörigen verklagen nun die an seinem Tod beteiligten Polizisten und die Stadt Minneapolis. Man wolle einen Präzedenzfall schaffen, der es Polizisten auch in finanzieller Hinsicht erschwere, Randgruppen unrechtmäßigerweise zu töten.

Minneapolis. Die Familie des getöteten Schwarzen George Floyd hat die in dem Fall beschuldigten Polizisten und die US-Stadt Minneapolis verklagt. In der am Mittwoch eingereichten Klage warfen die Angehörigen den vier Männern vor, Floyds Grundrechte verletzt zu haben, als sie ihn bei seiner Festnahme Ende Mai brutal festhielten.

Die Stadt Minneapolis, in der es zu dem tödlichen Einsatz kam, beschuldigten sie, in ihrer Polizei eine Kultur exzessiver Gewaltanwendung, Rassismus und Straflosigkeit für die Verantwortlichen gewähren haben zu lassen.

Einer der vier Beamten drückte Floyd sein Knie fast neun Minuten lang in den Hals und hörte auch nicht auf damit, als der Mann am Boden mehrfach sagte, er könne nicht atmen. Er wurde bereits wegen der Tötung von Floyd angeklagt, die drei anderen beteiligten Polizisten wegen Beihilfe.

“Das Gewicht der gesamten Polizei von Minneapolis war auf seinem Hals”

„Diese Klage zeigt, was wir immer schon gesagt haben: dass Herr Floyd gestorben ist, weil das Gewicht der gesamten Polizei von Minneapolis auf seinem Hals war“, sagte Anwalt Ben Crump. Ziel sei es, einen Präzedenzfall zu schaffen, der es Polizisten auch in finanzieller Hinsicht verbiete, Randgruppen unrechtmäßigerweise zu töten.

Floyds Tod hatte Proteste und Unruhen in den gesamten USA ausgelöst. In Minneapolis wird erwogen, die Polizeitruppe aufzulösen und durch eine neue Behörde zu ersetzen.

RND/AP