Donnerstag , 29. Oktober 2020
Flaggen der Europäischen Union wehen im Wind vor dem Berlaymont-Gebäude, dem Sitz der Europäischen Kommission. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpa

So will die EU-Kommission eine zweite Corona-Welle und Lockdowns verhindern

Koordinierter handeln, den Datenaustausch verbessern: so will die EU-Komission präventiv gegen eine mögliche zweite Corona-Welle vorgehen. Unter anderem sollen die Warn-Apps der verschiedenen EU-Staaten vernetzt werden. Besonders betroffene Länder sollen über die EU medizinische Notfallteams und Hilfsmaterial anfordern können.

Brüssel. Zur Abwehr einer zweiten Corona-Infektionswelle setzt die EU-Kommission auf das Vernetzen der Warn-Apps verschiedener Länder, ein frühzeitiges Bekämpfen lokaler Hotspots und eine bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Es gehe darum, erneute flächendeckende Lockdowns zu verhindern und die wirtschaftliche Erholung sowie die Bevölkerung zu schützen, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas am Mittwoch in Brüssel. Insbesondere müsse koordinierter als zu Beginn der Pandemie gehandelt und der Datenaustausch verbessert werden.

Verlegung von medizinischem Personal soll vereinfacht werden

Früher und intensiver müsse in den Mitgliedstaaten für die Grippe-Impfung geworben werden, um eine Doppelbelastung des Gesundheitssystems mit Grippekranken und Covid-19-Patienten zu vermeiden, appellierte die EU-Kommission. Nationale Exportbeschränkungen für medizinisches Material in der Corona-Krise müssten beseitigt, die Beschaffung von Schutzmaterial müsse besser abgestimmt werden.

Besonders betroffene Länder sollten über die EU medizinische Notfallteams und Hilfsmaterial anfordern können, erklärte die EU-Kommission. Die grenzüberschreitende Verlegung von medizinischem Personal und Patienten solle erleichtert werden. Nun sei nicht der Zeitpunkt, coronamüde zu werden und Schutzmaßnahmen schleifen zu lassen, betonte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Der Schutzschild müsse insbesondere für die für die Infektionswelle besonders anfälligen Menschen weiter hochgehalten werden. Dazu müsse insbesondere an Abstandsregeln und am Tragen von Masken festgehalten werden.

RND/dpa