Freitag , 18. September 2020
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Nationalfeiertag. Quelle: Christophe Ena/AP/dpa

Emmanuel Macron: Ausgebuht statt entspannter Spaziergang

Am Nationalfeiertag nahm der französische Präsident nicht nur an der offiziellen Zeremonie in Paris teil, er wollte auch ganz privat ein wenig abschalten und mit seiner Frau spazieren gehen. Daraus wurde aber nichts. Denn in einem Park wurde er von Demonstranten aufgehalten – und ausgebuht.

Paris. Das war wohl nichts mit dem entspannten Spaziergang: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist am Dienstagabend beim Flanieren im Pariser Park Jardin des Tuileries von Demonstranten aufgehalten worden.

Videos zeigen den 42 Jahre alten Staatschef in Lederjacke mit seiner Frau Brigitte Macron umringt von Sicherheitspersonal. Élyséekreise bestätigten die Echtheit der Aufnahmen.

Der Präsident wurde demnach von mehreren Demonstranten verfolgt, angesprochen, ausgebuht und ausgepfiffen. Sie riefen etwa den Schlachtruf der “Gelbwesten”: “Macron Démission” (Rücktritt Macron).

Macron suchte schließlich das Gespräch mit einigen Demonstrierenden. Er bat sie, „cool“ zu bleiben, nicht zu schreien und diskutierte etwa über Polizeigewalt. Ein Demonstrant sprach noch verschiedene andere Themen an wie Steuergerechtigkeit oder die Rentenreform.

Macron blieb freundlich und hörte zu. Ein Demonstrant erklärte: “Sie sind mein Angestellter, Herr Präsident.” Mit Blick auf gegenseitigen Respekt sagte der Präsident: “Es ist Feiertag, ich gehe mit meiner Frau spazieren, und Sie fahren mich an.”

Aus der Opposition gab es Kritik an Macrons Verhalten. Dass der Präsident an einem solchen Tag durch den Park spaziere, sei ein echtes Sicherheitsproblem, monierte der Chef der konservativen Republikaner, Christian Jacob. „Emmanuel Macron ist nicht sehr vorsichtig“, sagte Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon.

Am Dienstag feierte Frankreich seinen Nationalfeiertag. Am Morgen gab es eine Zeremonie zu Ehren der Pflegekräfte, ihre Arbeit im Kampf gegen Corona wurde gewürdigt. Am Rande kam es auch zu Demonstrationen.

RND/dpa