Montag , 26. Oktober 2020
Göttingen: Im Klassenraum der Klasse 4b in der Grundschule Hermann-Nohl-Schule stehen Stühle auf den Tischen. Quelle: Swen Pförtner/dpa

Normaler Schulbetrieb nach Ferien? Kommunen gehen nicht davon aus

In vielen Bundesländern laufen die Sommerferien bereits, Niedersachsen und Bremen bekommen diese Woche Zeugnisse. Die Hoffnung von Schülern, Lehrern und Eltern: Ein normaler Schulbetrieb nach den Sommerferien. Der Städte- und Gemeindebund nimmt diese Hoffnung und geht von weiteren Einschränkungen auch nach den Sommerferien aus.

Berlin. Der Städte- und Gemeindebund rechnet für das neue Schuljahr noch nicht mit einem Unterricht im Normalbetrieb. “Es wird nach den Sommerferien keinen Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie geben können”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes, Gerd Landsberg, der “Passauer Neuen Presse”. Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. “Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal”, sage Landsberg.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf mit Blick auf das nächste Schuljahr Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Konzeptionslosigkeit vor. Es sei zu wenig, wenn Karliczek sage, bei einem Anstieg der Infektionen im Herbst werde man Lösungen von Schule zu Schule finden, sagte Lauterbach der “Welt”. “Ich hätte mir gewünscht, dass man im Sommer ein nationales Konzept entwickelt”, sagte der SPD-Politiker. Das könne zum Beispiel vorsehen, dass die Klassen ausgedünnt werden, der Unterricht über den ganzen Tag gestreckt werde und es einen qualitativ hochwertigen Onlineunterricht gebe.

Regelbetrieb nach den Ferien bleibt Ziel

Auch Linke-Parteichefin Katja Kipping betonte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”, über die Sommerpause sei ein “Digitalisierungsschub” notwendig, um Beschäftigten “Homeoffice zu ermöglichen und schulische Bildung aus den Klassenzimmern zu den Kindern zu bringen”.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte Ende Juni erklärt, der Regelbetrieb sei nach den Sommerferien das Ziel. Hubig sagte damals bei der Vorstellung des Nationalen Bildungsberichtes, es liefen Planungen für drei verschiedene Szenarien je nach Entwicklung der Corona-Pandemie: Regelbetrieb, rollierender Betrieb mit abwechselndem Unterricht in der Schule und zu Hause, und auch mögliche Komplettschließungen von Schulen.

Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern Anfang August ins neue Schuljahr. Kurz darauf folgen Hamburg, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein.

RDN/dpa