Montag , 19. Oktober 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unterhalten sich im Jahr 2011 im Bundestag. Quelle: picture alliance / dpa

Guttenberg schrieb Werbemail für Augustus Intelligence an Kanzlerin

Nicht nur Philipp Amthor warb in der Bundesregierung für das US-Unternehmen Augustus Intelligence. Auch der frühere Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warb in einem Schreiben an die Kanzlerin für die Firma. Zu einem offenbar gewünschten Treffen kam es jedoch nicht, wie der “Spiegel” berichtet.

Berlin. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warb gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Unternehmen Augustus Intelligence, das im Zentrum einer Lobbyismus-Affäre um den CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor steht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Fabio de Masi.

Demnach schrieb zu Guttenberg am 3. September 2019 eine E-Mail an die Kanzlerin, in der er auf die beiden Gründer des US-Unternehmens verwies, “offenbar mit dem Ziel eines Gesprächs”. “Recherchen auf Arbeitsebene” im Kanzleramt hätten demnach jedoch “keine belastbaren Ergebnisse” zu der Firma erbracht, deshalb sei die E-Mail durch die Kanzlerin unbeantwortet geblieben.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister arbeitete als Präsident für Augustus Intelligence und erhielt dort einen Sitz im Board of Directors. Das Unternehmen geriet in den Blick der Öffentlichkeit, weil der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für die Firma warb.

Amthor hatte einen Direktorenposten und Aktienoptionen von Augustus Intelligence erhalten, die er laut eigenen Angaben mittlerweile wieder zurückgegeben hat. Der Fall hat zu einer neuen Diskussion über Lobbyismus und Transparenz in der Bundespolitik geführt.

RND/feh