Dienstag , 20. Oktober 2020
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, unterhält sich an der Schiffsanlegestelle Prien mit wartenden Passanten, um anschließend mit einem Schiff der Chiemsee-Schifffahrt auf die Insel Herrenchiemsee überzusetzen. Quelle: Peter Kneffel/dpa/Pool/dpa

Skurrile Szene vor Treffen mit Kanzlerin: Söder will nicht auf Fan-Plakat unterschreiben

“Das gibt nur Ärger”, kommentiert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Bitte eines Fans am Rande des Treffens mit Kanzlerin Angela Merkel, doch sein Plakat zu unterschreiben. Darauf stand: “Markus Söder Kanzlerkanditat”. Die Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr: Schon einmal bereitete eine Plakataktion Söder Probleme.

Prien a. Chiemsee. Will er nun Kanzlerkandidat werden oder will er nicht? Jedenfalls: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich am Dienstag beharrlich geweigert, auf einem Plakat eines Fans in Prien am Chiemsee zu unterschreiben. “Markus Söder Kanzlerkanditat” stand dort in nicht ganz korrekter Schreibweise. Der Bitte, seine Unterschrift auf das Plakat zu setzen, folgte der CSU-Vorsitzende aber nicht. “Das gibt nur Ärger”, meinte er.

Allerdings war kurz vor der Ankunft von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Sitzung des bayerischen Kabinetts auf Herrenchiemsee noch ein anderes Schild zu sehen: Merkel solle bis 2025 im Amt bleiben.

Söder hat mit Fan-Plakaten so seine Erfahrungen: Als in Bayern noch der Kampf um die Nachfolge von Horst Seehofer tobte, war Söder zu Gast bei der bayerischen Jungen Union. Die empfing ihn, während Seehofer noch amtierender Ministerpräsident war, mit Plakaten “MP Söder!” oder “Söder – unsere neue Nummer 1”. Und tatsächlich stellte sich Söder damals für ein Foto neben die jungen Leute. Das bedeutete Aufregung und Ärger – aber am Ende wurde Söder ja dann die Nummer 1.

RND/dpa