Freitag , 25. September 2020
Kanzleramtschef Helge Braun. Quelle: Florian Gaertner/photothek.net

Corona: Bund will zielgenaueres Vorgehen bei regionalen Ausbrüchen

Wie soll bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie zuletzt in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verfahren werden? NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte zuletzt bei Bund und Ländern für mehr regionale Differenzierung bei Corona-Maßnahmen geworben. Die Bundesregierung plant nun ein zielgenaueres Durchgreifen.

Berlin. Die Bundesregierung plant ein zielgenaueres Durchgreifen bei regionalen Corona-Ausbrüchen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montag nach einer Video-Schalte von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer. Zuvor hatte die “Bild”-Zeitung berichtet.

Nach „Bild“-Informationen möchte die Bundesregierung durchsetzen, dass bei einem plötzlichen starken Ausbruch von Corona-Infektionen umgehend harte Maßnahmen verhängt und Testkapazitäten hochgefahren werden. Stelle man fest, dass der Ausbruch regional begrenzt sei, könnten die Maßnahmen genauso schnell wieder aufgehoben werden, wie sie erlassen wurden.

Zusätzlich erklärte Braun laut “Bild”, bei künftigen Corona-Hotspots sollte nicht mehr auf Beherbergungsverbote, sondern auf Ausreiseverbote gesetzt werden. Bei einem plötzlichen Ausbruch dürften die Menschen somit nicht aus den betroffenen Landkreisen ausreisen.

Laut dem Bericht wollten die Vertreter der Bundesländer aber kein klares Votum für oder gegen die Pläne abgeben. Man wolle den Beschlussvorschlag abwarten, bevor man sich festlege, hieß es demnach.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte nach dem massiven Corona-Ausbruch in einer Tönnies-Fleischfabrik bei Bund und Ländern für mehr regionale Differenzierung bei Maßnahmen gegen Corona-Infektionen an Hotspots geworben. Eine zielgerichtete Strategie dürfe nicht an Kreisgrenzen halt machen.

RND/dpa/das