Montag , 28. September 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, li.) und Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in Meseberg. Quelle: Getty Images

Merkel: Wiederaufbaufonds für EU muss etwas Wuchtiges sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Montag mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte getroffen. Sie fordert eine europäische Zusammenarbeit, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Die anstehenden Beratungen in Brüssel will sie in Freundschaft und Verbundenheit führen.

Meseberg. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht nach Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte grundsätzliche Übereinstimmung für die Grundstruktur des EU-Wiederaufbaufonds.

Nach Gesprächen auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin forderte Merkel am Montag gemeinsame Anstrengungen in der EU, um aus dem humanitären Desaster und der großen wirtschaftlichen Schwäche in Folge der Corona-Pandemie gut herauszukommen.

An die Adresse der Bundesbürger sagte sie, Deutschland habe wie andere Staaten ein Interesse an einem gut funktionierenden Binnenmarkt in der Union. Sie plädierte dafür, die anstehenden Beratungen in Brüssel in großer Freundschaft und Verbundenheit zu führen.

Der geplante Wiederaufbaufonds müsse etwas Wuchtiges sein, und es sei wichtig, dass dieser nicht verzwergt werde, sagte sie weiter. “Ich weiß nicht, ob wir zu einer Einigung kommen”, warnte sie aber. “Es ist noch nichts sicher. Die Wege sind noch weit, die zu gehen sind.” Merkel fügte hinzu: “Die Aufgabe ist riesig, und deswegen muss die Antwort auch groß sind.”

Italien neben Spanien möglicher Hauptempfänger der EU-Hilfen

Italien hat die Corona-Krise mit rund 35.000 Toten besonders hart getroffen, wie Spanien ist das Land möglicher Hauptempfänger der geplanten EU-Hilfen. Die Niederlande gehören mit Österreich, Dänemark und Schweden zu den sogenannten “Sparsamen Vier”, die nicht rückzahlbare Milliardenzuwendungen ablehnen.

Von den 750 Milliarden Euro des schuldenfinanzierten Wiederaufbauplans sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden.

RND/dpa