Mittwoch , 30. September 2020
US-Präsident Donald Trump trägt einen Soff-Mundschutz. Quelle: Patrick Semansky/AP/dpa

Nach Russland-Ermittlungen: Staatsanwalt rechnet in Buch mit Trump ab

US-Sonderermittler Robert Mueller hat mit seinem Team eine mögliche kriminelle Verschwörung zwischen Donald Trumps Wahlkampfhelfern und Russland untersucht. Staatsanwalt Andrew Weissmann, ein Mitglied der Ermittlungsmannschaft, kündigt nun an, in einem neuen Buch mit dem Präsidenten und seiner Regierung abzurechnen. Trump wird vorgeworfen, er habe eine korrekte Aufarbeitung der Affäre verhindern wollen.

New York. Ein Mitglied des Teams von US-Sonderermittler Robert Mueller bei der Russland-Untersuchung will in einem neuen Buch mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump abrechnen.

“Dies ist die Geschichte unserer Untersuchung darüber, wie unsere Demokratie von Russland attackiert wurde und wie diejenigen, die diesen Angriff guthießen und ignorierten, unsere Fähigkeit untergruben, die Wahrheit herauszufinden”, erklärte Staatsanwalt Andrew Weissmann.

Wie sein Verlag Random House am Montag mitteilte, soll Weissmanns Buch mit dem Titel “Where Law Ends: Inside the Mueller Investigation” (Wo das Gesetz endet: Innerhalb der Mueller-Untersuchung) am 29. September in den USA erscheinen.

Ermittler lassen wichtige Frage offen

Mueller und sein Team hatten nach einer zwei Jahre langen Untersuchung festgestellt, dass es keine kriminelle Verschwörung zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hatte, um die Wahl 2016 zugunsten des Republikaners zu beeinflussen.

Sehr wohl gab es aber Anklagen gegen mehrere Trump-Vertraute. Die Frage, ob Trump sich im Anschluss der Behinderung der Justiz schuldig machte, ließen die Ermittler offen. Viele Kritiker werfen dem Präsidenten vor, er habe eine korrekte Aufarbeitung der Affäre verhindern wollen.

Weissmann, der sich im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in New York einen Namen als Staatsanwalt gemacht hatte, erklärte, er sei nur den Fakten gefolgt, “unbeirrt von der Attacke durch die einzigartigen Vollmachten des Präsidenten, unsere Arbeit zu untergraben”.

RND/AP