Montag , 28. September 2020
Polizisten patrouillieren über den Schlossplatz in Stuttgart (Symbolfoto). Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Nach Krawallen in Stuttgart: Polizei fragte in elf Fällen Standesämter ab

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart hatte die Polizei bestätigt, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Nach der Krawallnacht tat sie dies in elf Fällen. Diese Information sei besonders für Präventionskonzepte wichtig, hieß es unter anderem.

Stuttgart. Die Stuttgarter Polizei hat nach eigenen Angaben in elf unklaren Fällen den Migrationshintergrund von Verdächtigen der Krawallnacht bei Standesämtern abgefragt. Das bestätigte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Diese mutmaßlichen Krawallmacher hatten sich demnach in der Vernehmung nicht zu ihrer Herkunft äußern wollen.

Die Information fließe in den Ermittlungsbericht ein und sei besonders für Präventionskonzepte wichtig. Es brauche andere Konzepte für türkischen Migranten aus sozialen Brennpunkten als etwa für Deutsche, die in der Stuttgarter Halbhöhenlage lebten. Sonstige Informationen seien nicht bei den Ämtern abgefragt worden.

Dass die Vorkommnisse der Stuttgarter Krawallnacht ein besonderes Augenmerk der Öffentlichkeit haben, sei nicht von der Hand zu weisen, sagte die Sprecherin. Aber auch sonst würde der Migrationshintergrund in Ermittlungen abgefragt.

Die Polizei hatte am Sonntag bestätigt, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Verdächtigen umfassend festzustellen, erklärte das Polizeipräsidium. Dies als “Stammbaumforschung” zu bezeichnen, sei aber nicht korrekt.

RND/dpa