Dienstag , 20. Oktober 2020
Der rassistische Attentäter von Christchurch will künftig auf seine Rechtsanwälte verzichten.

Christchurch-Attentäter verzichtet auf Anwälte

Der rassistische Attentäter von Christchurch will sich vor Gericht künftig selbst verteidigen. Ein Richter gestattete den Rückzug der beiden Strafverteidiger aus dem Fall. Der Täter hatte sich bereits des 51-fachen Mordes schuldig bekannt.

Wellington. Der Angeklagte im Fall des rechtsextremen Attentats in Christchurch hat seine Anwälte entlassen und will sich vor Gericht selbst verteidigen. Die Anwälte Shane Tait und Jonathan Hudson baten am Montag darum, sich von dem Fall zurückziehen zu können, da der Angeklagte es wünsche. Richter Cameron Mander gestattete dies.

Der Australier ist des 51-fachen Mordes, 40-fachen versuchten Mordes und eines rassistischen Terroranschlags in der neuseeländischen Stadt Christchurch im März 2019 angeklagt. Er hatte sich im März 2020 überraschend schuldig bekannt. Die Strafanhörung soll am 24. August beginnen und könnte mehr als drei Tage dauern. Das Datum wurde am Montag vom Gericht in Christchurch bestätigt.

Der Angeklagte sitzt in Auckland im Gefängnis. An der Anhörung am Montag nahm er per Videoschalte teil. Bei dem Termin im August wird trotzdem ein Anwalt zugegen sein, falls der Angeklagte Rechtsberatung benötigt. Ihm droht lebenslange Haft, das Gericht muss darüber entscheiden, nach wie vielen Jahren er Bewährung beantragen kann.

Der Attentäter hatte zwei Moscheen in Christchurch mit semiautomatischen Waffen angegriffen und das live auf Facebook übertragen. Im Anschluss verbot Neuseeland die tödlichsten Waffen dieser Art. Auch soziale Medien veränderten Richtlinien, nachdem Hunderttausende das Video sahen.

RND/AP