Donnerstag , 22. Oktober 2020
Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Strobl: Selbstverständlich werden in Einzelfällen Daten bei Standesämtern abgefragt

Der baden-württembergische Innenministerium Thomas Strobl hat das Vorgehen der Polizei nach der Krawallnacht in Stuttgart als Selbstverständlichkeit verteidigt. Für ihn sei „der Begriff ‚Stammbaumforschung‘ fehl am Platze“. Polizei und Stadt Stuttgart kritisieren die Berichterstattung rund um die gängige polizeiliche Praxis.

Stuttgart. Das baden-württembergische Innenministerium hat die Abfrage von Daten zur Nationalität der Eltern von Verdächtigen als Selbstverständlichkeit in einem Strafverfahren bezeichnet. Die Stuttgarter Polizei ermittle darin auch zu den Lebens- und Familienverhältnissen der Verdächtigen. „Deshalb wird in einzelnen Fällen die Nationalität der Eltern von Tatverdächtigen durch Anfragen beim Standesamt erhoben, um zu klären, ob ein Migrationshintergrund gegeben ist“, betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Sonntag.

Dieser liege vor, wenn es sich bei einem Elternteil um eine Nichtdeutsche oder einen Nichtdeutschen handele. “Der Begriff ‘Stammbaumforschung’ ist da fehl am Platze”, sagte Strobl. “Unsere Polizei arbeitet professionell und korrekt.”

Die Ausschreitungen in Stuttgart hätten ein bislang unbekanntes Gewalt- und Eskalationspotential der Beteiligten erkennen lassen. Daran richteten sind auch die Maßnahmen zur justiziellen und polizeilichen Aufarbeitung aus. “Und deswegen werden alle Umstände in die Bewertung einbezogen, die für die Sanktionierung, aber auch die Prävention, von Bedeutung sind”, sagte Strobl.

RND/dpa