Sonntag , 20. September 2020
Ein Demonstrant protestiert vor dem Kohlekraftwerk in Datteln. (Archivbild) Quelle: Guido Kirchner/dpa

“Durch und durch weiß geprägt”: Hat Fridays for Future ein Rassismusproblem?

Rund um die deutsche Klimabewegung “Fridays for Future” (FFF) ist eine Rassismusdebatte entfacht. Es fehle an Anschlussfähigkeit, die Bewegung sei “durch und durch” weiß geprägt, sagte eine Aktivistin. Auch Neubauer gesteht: “Wir haben viel nachzuholen.”

Rassismus in der deutschen Fridays-for-Future-Bewegung (FFF)? Laut Aktivistin Asuka Kähler ist das Problem “ziemlich groß”. Deswegen wolle man nun aus den eigenen Reihen heraus dagegen vorgehen. Dem Nachrichtenportal “Watson” sagte Kähler: “Das größte Problem ist es, dass FFF überhaupt nicht anschlussfähig ist für BIPoC/migrantische Personen. Die Bewegung ist durch und durch weiß geprägt: von der Art zu sprechen, von den Orten, an denen sich getroffen wird, zum akademischen Bildungsgrad, dem sozialen Standard und vielem mehr.”

Neubauer: “Als Klimabewegung ganz viel nachzuholen”

Auslöser der Rassismusdebatte ist ein Tweet von Greenpeace. Nach einer Protestaktion vor dem Kohlekraftwerk Datteln IV hatte die Umweltorganisation Fotos getwittert. Nicht darauf zu sehen war die aus Bangladesh stammende Aktivistin Tonny Nowshin, die ebenfalls an der Protestaktion teilgenommen hatte. Nowshin machte darauf öffentlich aufmerksam und attestierte auch Fridays for Future ein Problem mit Rassismus.

Auch Deutschlands bekannteste FFF-Aktivistin, Luisa Neubauer, gesteht ein: “Ich wünschte, wir würden weiter und reflektierter sein, was Rassismus und Diskriminierung betrifft. Da haben wir aber als Klimabewegung ganz viel nachzuholen, zu lernen, zuzuhören und zu hinterfragen. Dabei sind Stimmen wie die von Tonny so wichtig.”