Donnerstag , 1. Oktober 2020
"Die Partei"-Kommunalpolitiker Julian Klippert. Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover: “Die Partei”-Politiker kassiert Sitzungsgeld und geht wieder

In Hannover hat ein Kommunalpolitiker von „Die Partei“ für einen kleinen Eklat gesorgt. In einer Ausschussitzung stellte er gleich zu Beginn die Frage, wie lange er teilnehmen müsse, um das Sitzungsgeld zu kassieren. Er tat, was er tun musste, und verließ den Saal.

Hannover. Ein Kommunalpolitiker von “Die Partei” hat in Hannover erhebliche Verärgerung verursacht. Wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” berichtet, fragte Julian Klippert direkt nach Beginn einer Sitzung des Verkehrsausschusses der Region, wie lange er mindestens bleiben müsse, um das Sitzungsgeld zu kassieren. “Sobald Sie sich in die Anwesenheitsliste eingetragen haben”, gebe es Geld, gab der Ausschussvorsitzende Oliver Brandt (CDU) zur Antwort.

Klippert trug sich in die Liste ein und verschwand aus dem Saal. Das Sitzungsgeld beträgt 50 Euro. Der Vorsitzende des Kreisverbandes der selbst ernannten Satirepartei begründete sein Handeln mit dem Fehlen eines Tisches und den defizitären Arbeitsbedingungen. Weil die Teilnehmerzahl wegen der Corona-Krise begrenzt ist, müssen Mitglieder kleinerer Parteien derzeit ohne Tisch auskommen. “Das ist eine Zweiklassengesellschaft”, sagte Klippert der HAZ.

CDU-Politiker Brandt nannte Klipperts Verhalten “unmöglich und dreist”. Es schädige den Ruf von Kommunalpolitikern, sagte er der HAZ. Diese würden die Arbeit normalerweise verrichten, ohne die Absicht, damit Geld zu verdienen. “Und Herr Klippert kassiert einfach nur ab.”

RND/cz