Sonntag , 1. November 2020
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Quelle: Annette Riedl/dpa

Altmaier nennt Kriterium für Lockerung der Maskenpflicht

Die Diskussionen um die Maskenpflicht im Einzelhandel gehen weiter. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagt nun, was nötig wäre für ein Ende der Corona-Maßnahme. Zugleich hält er eine zeitnahe Abschaffung für zu früh.

Berlin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Kriterium für ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel genannt: den Rückgang der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf unter 100.

“Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird”, sagte der CDU-Politiker der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. “Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken.”

Zugleich sagte er: “Ich bin weder Gesundheitspolitiker noch Virologe, aber für eine generelle Abschaffung der Maskenpflicht ist es eindeutig zu früh.”

Im Moment ist nicht absehbar, dass die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Deutschland dauerhaft unter 100 pro Tag sinkt. Seit Anfang Juni schwanken die bundesweiten Zahlen abhängig vom Wochentag zwischen rund 150 und gut 500 – von einzelnen Ausreißern nach regionalen Ausbrüchen abgesehen. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstag 378 neue registrierte Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Es gibt aber auch Regionen, aus denen so gut wie keine Neuinfektionen mehr berichtet werden. So meldeten mehr als ein Viertel der Land- und Stadtkreise keine neuen Ansteckungen binnen sieben Tagen. Für die Zeit nach den Sommerferien, wenn viele Reisende zurückgekehrt sind und der Schulbetrieb beginnen soll, befürchten viele aber wieder einen Anstieg der Zahlen.

Altmaier betonte: “Wir müssen weiter vorsichtig sein. Übermut und dadurch ausgelöste neue Infektionswellen schaden der Wirtschaft am Ende am meisten.”

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, angesichts der niedrigen Infektionszahlen im Norden Anfang August ein Ende der Maskenpflicht im Handel seines Landes zu beschließen.

Er war damit auf breite Kritik gestoßen und von der Staatskanzlei seines Landes ausgebremst worden. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstag 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

RND/dpa